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KC-Blätter · 1927-04-01 · Heft 2 (April 1927) · p. Seite 21

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Journal
KC-Blätter
Volume
1927
Issue
Heft 2 (April 1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 21 (sequence 9)
Language
German
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21 umständliche Verfahren vor dem A. H.B., das wohl jetzt in solchen Fällen einzuleiten wäre. Damit hängt eine andere Frage zusammen, in der ebenfalls die Rechte des Landesverbandes gestärkt werden müssen: in der Auswahl des Nachwuchses. Gewiß, schon jetzt wird der Landesverband über die Keilfüchse befragt, aber es ist doch wohl oft nur eine Formsache. And es kann schon vorgekommen. sein, daß K. C. er in den Ferien am Stammtisch ihrer Stadt neue Kartellbrüder austauchen sehen, mit deren Aufnahme sie nicht restlos einverstanden gewesen wären. Man muß doch daran denken, daß sehr viele Studenten, wenn sie ihre Eraminia abgelegt haben, sich in ihrer Heimat niederlassen. Wenn unter den K.C.ern eines Ortes eine wirkliche Gemeinschaft bestehen soll, müssen sich nicht gerade alle lieben, aber doch hochachten und schätzen. Das ist leichter möglich, wenn die K. C.er mehr als bisher Einfluß nehmen auf die Auswahl des Nachwuchses ihrer Gegend. Der K.C.er im Philistertum, das Thema hat noch eine andere Seite. Sie läßt sich kurz so formulieren: Der K. C.er im Philistertum soll kein Philister werden. An manchem K. C.-Stammtisch erhebt sich das Niveau der Unterhaltung nicht immer über Stadtklatsch und Fachsimpelei; das innigste Band. daS die K.C.er manchen Ortes zusammenschließt, ist ein gemeinsamer Skat. Der K.C. vertritt eine Idee. Er erhebt den Anspruch, die Kerntruppe zu sein im Ringen um das Problem „Deutschtum und Judentum". Sollte das nicht auch dem einzelnen eine gewisse Verpflichtung auferlegen? Nicht gerade die, sich nur noch mit Gesprächen über dieses Thema anzuöden und vor laitter Geistigkeit zu einem Debattierklub zu entarten, wohl aber die Verpflichtung, nicht nur stumpffinnig dahinzuleben, und peinlich jeder nicht ganz trivialen Unterhaltung ans dem Wege zu gehen. Das ist die Hauptfrage: Sind wir Alten Herren K.C.er oder Philister? Hoffen wir mit dem alten Liede: Allein das alte Burschenherz kann nimmermehr erkalten. Die alte Schale nur ist fern, geblieben ist uns doch der Kern, und den laßt fest uns halten. Nachwort der Schriftleitung: Wir wollen das Thema mit diesem Aufsatz nicht beschließen. Im Gegenteil, er soll nur ein Auftakt sein. Der G. A. erstrebt eine eingehende Diskussion dieser Frage und bittet alle Kbr. Kbr.. sich zu der Betätlgung des K. C. ers im Philisterium zu äußern. Nicht nur die organisatorische, nicht nur die innerpolitrsche, auch die Stellung des K.C.»Alten Herrn im Gesamtleben unseres Volkes und unserer Gemeinden soll in dieser Diskussion ihre Behandlung finden. Das Problem des Judentums nach Otto Meininger.*) Von Dr.Ottd Koehler, ord. Professor der Zoologie, Auf S. 129 ff. deS vorjährigen Jahrganges der „Akademischen Blätter" bespricht Bbr. Strahlmann eingehend und anerkennend O. Meiningers Iudenkapltel seines bekannten Buches „Geschlecht und Charakter", das er eingehender Beachtung empfiehlt. Ich habe mich hierüber, aufrichtig gesagt. gewundert, denn ich kenne wenige Bücher, die geeigneter wären, die Jugend zu verwirren und nichts aiS Unheil zu stiften. Bisher hieß ein Jude der. der gewisse anthropologisch festzulegende Merkmale von seinen Ahnen ererbt hat. Bei Meininger ist von Ahnen. Abstammung und dergleichen offenbar nicht die Rede, vielmehr hören wir von der „Idee" des Judentums, die wir wohl am kürzesten so in Worte fassen: AlleS was ihm an sich und anderen mißfällt, nennt der antisemitisch« Jude Meininger jüdisch; umgekehrt, daS. was er liebt und verehrt. daS wozu er sich hochdiiden möchte, heißt ihm arisch oder bescheidener ausgedrückt nicht» ')Wlr dringen diesen Aussatz, der in Lest 2 des s 2. Jahraanqs der .Akademischen Blätter", Zeitschrift des Kvfsdäuser-Derbandes der Vereine deutscher Studenten erschienen ist und auch für unsere Leser von erheblicher Bedeutung ist. Königsberg, Pr., (A. §>. V. d. St.. München. Freiburg), jüdisch. WaS sich an „geistreichen" Formulierungen aus dieser neuartigen Begriffsbestimmung des Juden ergibt, kann man bei Bbr. Strahlmann Nachlesen. Es ist daS gleiche Verfahren WeiningerS. daS mich seinerzeit bei der Lektüre seines Buches, das sich hauptsächlich mit dem Geschlechtsprodlem befaßt. zur Weißglut geärgert hat. WaS ist für Meininger der Mann? Antwort: Der Mann ist groß. kühn, schön, edel, bärtig, kurzhaarig, fettarm. schnell, kraftvoll, anmutig, verständig, genial. Das Weib ist klein, feige, häßlich, verschlagen und hinterhältig, bartlos, langhaarig, fett, ungeschickt, schwächlich, dumm und 311 nichts zu gebrauchen, als Zank und Zwietracht zu errege»:. Demzufolge ist jeder von uns weder reiner Mann noch reines Weib, vielmehr gibt es da „Weib im Manne". „Mann im Weibe". Mannweiber. Weidmänner usw. usw., eine Theorie, die ihn folgerichtig dazu führt, die Fortpflanzung aiS unästhetisch abznlehnen; daß sie nach Ablehnung der Arterhaitnng konsequent auch zur Ablehnung der Individual» erhaltung geführt habe. d. d. daß feine Theorie ihn zum Selbstmord gebracht bade, um#* ich nicht zu behaupten, deiikinöglich erscheint es jede»»sails.

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