Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1927-04-01 · Heft 2 (April 1927) · p. Seite 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1927
Issue
Heft 2 (April 1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 20 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2268830-2268964-2268966--3279-3526430
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

20 den (gründen für ein jüdisch-studentisches Ehrengericht nicht verschließLU, auch wenn es sich nur um die Mitglieder der jüdischen Korporationen und evtl, der Finken handelt, weil Beleidigungen nie durch die blanke Waffe gesühnt »verden können, sondern nur durch Entschuldigung oder Bestrafung. während die Mensur mit völkischen Studenten der Abtvehr des Antisemitismus dient. Ich bitte daher auch den K. (i., eine Aktion nicht im Keime zu ersticken, die in Berlin angebahnt ist durch Besprechungen von Angehörigen sämtlicher jüdischer Korporationen, an denen auch Angehörige der Berliner K. C.-Berbindungen teilgenommen haben, in denen folgende Leitsätze erörtert wurden: 1. „Es ist wünschenswert, daß die Austragung von Ehrenhändeln mit der Waffe zwischen Angehörigen der jüdischen Korporationen nach Möglichkeit vermieden wird. 2. Als Weg hierzu wird vorgeschlagen ein Ausschuß, in den jede Korporation einen Vertreter entsendet. Die Zusammensetzung des Ausschusses im einzelnen bleibt weiteren Vereinbarungen Vorbehalten." Eine Mitarbeit an diesen Aufgaben hindert nicht, sich an der Schaffung einer (Gerichtsbarkeit des Verständnisses und des guten Willens, des Ausgleichs und der Vernunft zu beteiligen. Im (Gegenteil, sie ermuntert gerade dazu. Zer K. C.er im Philistertum. Von Ernst Jacob (Silesiae). Saarbrücken. Der K. E. besteht heule überwiegend aus ..Alten ijcrrcu". Das ist in allen älteren studentischen Verbänden nicht anders, And doch hat diese Tatsache bei uns eine größere Bedeutung als sonst. Beim christlichen Akademiker hat seine Zugehörigkeit zu einem Verbände in den meisten Fällen nur den Wert einer schönen Erinnerung, auf die er 'ich gelegentlich gerne besinnt, oder die er. wenn inöglich. für das Fortkommen im Berufsleben anszn nutzen sucht. Bei uns in. das darf inan sagen, unsere Zugehörigkeit zum K. E. meistens auch im Philistern»'»» eilte der E,rundkatiachen itnseres Lebens. Wir sind uns selbst stets bewußt. K.E.er zu fein gegetlüber Christen ttltd Itlden. itnd ebenso sind wir als K.E.er abgeitemvelt in dem Bewllßlsein uufcrer jüdischen oder chrin'.iäxn Annvelt. Wenn malt sich nun vor Augen hält, daß der einzelne vielleicht zwe: Jahre aktiv, vielleicht fünf Jahre Stndenk, aber ein Leben lang ..'Alter üerr" bleibt, dann in es verwttltderlich. daß das Problem des K. E ers im Philister»»»»»» so selten gestellt wird tlild wobl noch so glll wie nie in diesen Blättern behandelt wordel» ist. Dabei will es mir und manchen Freunden sckx'inen. als ob dieses Problem keinestvegs fiiiM durch die P rar iS voit ielbii gelost sei. Es handelt sich um Fragen der Organisation und des geistigen Lebens. Wir haben heute fast überall Landesverbände oder Ortsgruppen. voll denen man in» allgemeine»l iageli dar«, daß sie. wie z. B. kl uns an der Saar, einen guten Zusammenhalt der ln einem Orte oder in einer Eiegend wohltendel» K.E.er krgeirellt haben. Aber haben diese Landesverbände im K. E. schon das vöewichl. »vaS ihnen »»»kommt? Die Teiger des K. E.-(Gedankens si»»d natürlich ztlnächst die aktiven Verbindungen, aber im Lande ruht die Eristenz des Verbandes auf den Landesverbänden und den Ortsgruppen, nicht aus den Alt-Herren »Vereinen. Diese haben, »venigstens in der Provinz, dort wo keine lli»tversiläl ist. nur wenig Einflttß auf ihre Mitglieder. die über ganz Detltschland verstreut leben. Der Landesverband aber kann wirklich alle K.E.er seitteS ErebieteS erreichen. ES kommt vor. daß sich K.E.er von ihrem Landesverband aus (Üleichgültigkeit sernkutlten. Aber »venu auch der einzelne nicht nach dem Verbände fragt und auf das freiwillig verzichtet, uw dieser ihm vielleicht an Halt und Freundschaft, an (Geselligkeit und Anregung geben kann, so gibt es doch Dinge, in denen der Landesverband sich um den einzelnen kümmern muß. auch »venn dieser selbst keinen Wert darauf legt. Das gilt vor allem von Ehrensachen. Wenn ein K.E.er sich im Philisterium et»vas ztlschttlden kommen läßt, das ehrenrührig iir. oder sonst das Ansehen des K. E. schädigt, uv»»»» er z. B. gegen die Ehrenbegriffe seines Bennes verstößt, so haben vor allem die K.E.er des Ortes oder der (legend ein Ittteresse daran, eine»» solchen Fall zu untersuchen und den Betresfenden evtl, sogar aus dem K. E. ausscheiden zu seher». ES ist manchmal geradez»» eine Lebensfrage für den K. E. in einer ganzen Provinz. Das 'Ansehen des K. E. Nrun durvtz e i»» unwürdiges Mitglied. k»s der K. E. »veiter in seinen Beiden duldet, unabsehbaren Schaden erleiden. Deshalb ist eS nötig, den Landesverbänden oder Orts» gruppen obligatorische EdrengertchtSbarkeit über ihre Mitglieder zu verleihen. Sie dürfen nicht aus das Arteil von Kartellbrüdern angewiesen sein, die »vett vom Schuß wohnen und auf das

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.