KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 6 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- Seite 117 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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117 dieser luftleere Raum nicht einmal mehr in der Theorie existiert. Wir müssen vielmehr mit den Gruppen Zusammenarbeiten, die mit uns bestrebt sind, die völkische Mehrheit zu brechen. Wenn die politischen Gruppen dieses erste Ziel gemein haben, so müssen wir bis zu seiner Erreichung Zusammenarbeiten, selbst wenn wir an sich die Politisierung der Selbstverwaltung bekämpfen. Ebenso wie im völkischen Lager fteistudentische Gruppen mit den Korporationen eine Einheit bilden, müsien wir dies auch im Lager der nichtvölkischen Minderheiten fordern und erstreben. Zur Durchführung dieser Arbeit habe ich mir erlaubt, dem K.C.-Tag Richtlinien vorzulegen, die für die Zukunft unsere hochschulpolitische Arbeit bestimmen sollen. Diese Richtlinien haben folgenden Wortlauts) A. Richtlinien für die hochschulpolitische Arbeit. 1. In der Gegenwart ist die Arbeit in den studentischen Vertretungen eines der hauptgebiete, auf denen der K. C. für die Gleichberechtigung der jüdischen Studenten zu kämpfen hat. 2. Aus diesem Grunde ist der Beschluß des K. C.-Tages 1921 zu wiederholen, der lautet: „ Die K.C.er sind während ihrer Studienzeit anzuhalten, sich den Asta-Arbeitsausschüssen in weitestgehendem Maße zur Verfügung zu stellen." 3. Die Verpflichtung zur Mitarbeit in der Hochschulpolitik bezieht sich auf jeden K. E. er, insbesondere auf die Inaktiven ohne Rücksicht darauf, ob sie sich am Orte ihrer Stamm¬ oder einer Kartellverbindung befinden. (Vgl. A 13 K. E.-Statut.) 4. In allen hochschulpolitischen Angelegenheiten unterstehen alle K.E.er der Disziplin der örtlichen Verbindungen. 5. Wo K. L.-Derbindungen nicht bestehen, haben die dort studierenden Kartellbrüder in den uns nahestehenden freiheitlichen tzochschulgruppen mitzuarbeiten bzw. ihre Gründung anzuregen. 6. Ein gemeinsames Vorgehen mit allen freiheitlich gerichteten Organisationen, die sich einig sind in dem Kampf für daS nationalkulturelle Prinzip in der deutschen Studentenschast, ist von jeder K. E.-Verbindung anzustreden. Wo dieS möglich ist. hat der K.E. ») 2m Hinblick daraus, daß nur ganz unwesentllche Aenderungen aus Grund der Diskussion an de» Richtlinien vorgenommen wurden, sind diese bereit» ln der angenommenen Fassung zum Ausdruck gebracht. Au» Raumgründen ist auch die mündlich ju den einzelnen Thesen gegebene Begründung kortgelassen. die Aufgabe, auf eine gemeinsame Liste aller freiheitlichen Organisationen für die Wahlen zu den Studentenvertretungen hinzuarbeiten und zwar sowohl mit Korporations-Verbänden als auch mit freistudentischen und politischen Hochschulgruppen. 7. Ls ist Aufgabe des G.A., durch Zusammenarbeit mit den Reichsspitzen der anderen Verbände eine einheitliche Hochschulpolitik der Minderheit zu vertreten und zu ermöglichen. 8. Die Zusammenarbeit mit der deutsch-jüdischen Freistudentenschaft ist unter allen Umständen anzustreben. Inwieweit ein Zusammengehen mit national-jüdischen Gruppen möglich ist, ist auf Grund der örtlichen Verhältnisse im Einvernehmen mit dem G.A. zu entscheiden. 9. Vor Eingehen von hochschulpolitischen Koalitionen ist der hochschulpolitische Referent des G.A. um seine Meinung zu befragen. Auch Koalitions-Erwägungen dürfen nicht dazu führen, daß wesentliche Grundsätze des K.E. verleugnet werden. 10. Alle K.E.er sind durch Erziehung in den Fuchsen- und Burschenstunden und laufende Berichterstattung über die Entwicklung der deutschen Studentenschaft und die in ihr herrschenden Strömungen zu belehren und laufend zu unterrichten. 11. Der G.A. setzt einen hochschulpolitischen Referenten ein, der über alle örtlichen Vorkommnisse auf dem Gebiet der Hochschulpolitik zu unterrichten ist. Jede K. C.-Verbindung soll einen oder mehrere Bundesbrüder speziell mit der Behandlung der hochschulpolitischen Fragen beauftragen. Rach Bedarf sollen Tagungen der hochschulpolitischen Vertrauensmänner stattfinden, die befugt sind, im Einvernehmen mit dem G.A. Richtlinien für die hochschulpolitische Arbeit auszustellen. 12. In gleicher Weise wie die völkischen Studentengruppen ohne Rücksicht auf ihre Partei- Zusammensetzung in der ..Arbeitsgemeinschaft völkischer Akademiker-Verbände" eine Spitzenorganisation der Altherrenschaft besitzt, ist auch für die studentische Minderheit eine solch« Organisation zu schaffen. Aus diesem Grunde empfiehlt der K.E.-Tag allen Alten Herren des Verbandes den Beitritt zum ..Bund, Vereinigung freiheitlicher Akademiker". B. HochschulpoKtische Forderungen. 1. Der K.E. bekämpft auf Grund seiner Tendenz die Bestrebungen der Mehrheit der Deut-