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KC-Blätter · 1926-11-01 · Heft 6 (November 1926) · p. Seite 106

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Journal
KC-Blätter
Volume
1926
Issue
Heft 6 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 106 (sequence 6)
Language
German
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106 nichtjüdischen Behördenvertreter zufällig der Schwager eines der Mitbegründer der hiesigen K. C.°Verbindung war, der nicht anwesend sein konnte, weil er sich inzwischen hat)e taufen lassen." Ich glaubte bisher, dag man unter gebildeten Leuten derartige Geschmacklosigkeiten zu unterlassen Pflege. Es ist gewiß bedauerlich, daß in Einzelfällen die Erziehung des K. C. gescheitert ist. So etwas kommt aber überall vor, und ich will die „Jüdische Rundschau", die unbesehen solche Torheiten abdruckt, nur darauf aufmerksam machen, daß es bisher der gesamten nichtzionistischen Presse ans Gründen des Taktes nicht eingefallen ist, darauf herumzureiten, daß der Sohn des bedeutendsten Führers des Zionismus trotz der Fürsorge und Erziehung durch die besten Freunde seines großen Vaters den gleichen Weg gegangen ist. wie jener sonst völlig bedeutungslose Schwager des Vertreters der Regierung. And wenn man mit solchen Vorwürfen anfangen will, so mag man auf zionistischer Seite überzeugt sein, daß nicht unbeträchtliches Material auch gegen sie ansgespielt werden könnte. Ich meine aber, daß man es doch bei dem bisherigen Zustande belassen und daß man derartige überflüssige und fast gehässige Geschmacklosigkeiten vermeiden sollte. Schließlich beschwert sich die „Jüdische Rundschau" noch darüber, daß der K. C. „Risches" gemacht habe. „Diese Nachahmung der Sitten der Couleurstudenten durch Juden in einem öffentlichen Lokal und noch dazu in einer so abstrusen Form, hat bei der nichtjüdischen Bevölkerung Breslaus nicht gerade als Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus gewirkt." Also sieh an! Früher hieß es immer, es sei eine Assimilanteninfamie, wenn man immer nach den Christen schiele und dem jüdischen Bruder vorwerse, er mack^e den Antisemitismus! Und jetzt mit einem Male kann man auch anders, wenn man dem K. C. eins auswischen kann. Wie pikant! Der K.C. als „Selbstversorger". Der K. C. bekämpft den Judenhaß und erzeugt ihn selber! Aber nicht dieser etwas albern wirkenden Stichelei sollen unsere Bemerkungen gelten, sondern der Frage der „Nachahmung der Sitten der Couleurstudenten"! Auch wir K.C.er plagen uns mit dem Problem von Comment, Couleur und Mensur gewaltig, auch wir empfinden, daß in vielen Kreisen Deutschlands diese Sitten als reaktionär empfunden werden. Wenn wir aber uns zu einer Aenderung nicht entschließen können und werden, so liegt das nicht nur an unserer Auffassung des deutschen Studententums und der Stellung der Juden zu ihm, sondern auch an dem warnenden Beispiel des zionistischen K. I. V. Auch er hatte früher Farben und Comment, auch er schlug früher seine Mensuren, auch er veranstaltete im Schmucke farbigen Wichses seine großen Stiftungsfeste! Aber der — auch von zionistischer Seite offen zugestandene — ganz augenfällige Rückgang des K. I. V. datiert von dem Augenblicke, da er — weniger klug a!3 feine österreichischen Gesinnungsfreunde, die von Couleur und Mensur nicht ließen — alle diese Aeutzerlichkeiten ablegte, die eben keine Aeußerlichkeiten sind! Wir wollen diesen Weg nicht gehen, und schon darum — abgesehen von allen inneren Gründen — halten wir an den Kennzeichen des deutschen StudententumS fest. Sehr unvorsichtig ist es aber, wenn ausgerechnet die „Jüdische Rundschau" solches rügt, sie. die wissen muß. daß das K. 2. V. gegenwärtig sowohl für da2 jüdische wie für das akademische Leben so sehr an Bedeutung verloren hat. Nachlese zum Stiftungsfeste! Sie ist dornig und möchte stechen! Es schmerzt unS, daß gerade Juden es sind, die das Schöne und Große schwärzen und verschleiern wollen. Aber darum wollen wir uns die Freude an Weg und Ziel nicht nehmen lassen! K. (£. und Republik. i. Allszug aus einem Referat, gehalten aus Anlatz des 24. K.C.-Tages. Von Ludwig LoNänder (Lte.). Bei der Beurteilung der Frage, wie die Ein- Mutter der jüdischen Gleichberechtigung und damit stellung des K.C.ers zur Republik sein kann, ist meider Ermöglichung des akademischen Studiums aus ncr Ueberzeugung nach die Erinnerung an die Ver. den deutschen Universitäten gewesen ist. Die Degangenbeit um so notwendiger, als sich gerade der tonung des Grundsatzes: .Der Mensch ist frei gejüdische Student darüber im klaren sein mutz, wer doren. ist frei!'' war es seinerzeit, der die Väter der »dm die gesetzliche Gleichberechtigung aus den deutjüdischen Emanzipation in ihren Bestrebungen vorigen Universitäten erschosst bat. Beantworten wärts gebracht bat. Man lese einmal bis Geschichte nur diese Frage, so miissen wir sagen, allein die der Zuden-Cmanzipation in den hauptsächlichsten liberale Weltanschauung ist es gewesen, die die deutschen Ländern, man prüfe die Urkunden» die in

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