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KC-Blätter · 1926-11-01 · Heft 6 (November 1926) · p. Seite 105

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1926
Issue
Heft 6 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 105 (sequence 5)
Language
German
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105 Last nicht allzu sehr druckt, der mag auch früher kommen. Breslau ist schön, Breslau ist wirklich des K. C. sonniges Iugendland! Und kaum einen halben Tag spater faß ich schon im Zuge, der mich nach meinem alten Op. peln zu meinem Jungen führte. Man altert! Wenn wieder ein großes Stiftungsfest in fünf Jahren gefeiert wird, ist er schon — so Gott will — Primaner und Keilfuchs, und in zehn Jahren ist er — das Kind von heute — vielleicht schon „Alter Herr"! Die Zeit fliegt. Man altert, aber man bleibt jung, wenn man sich von einem Stiftungsfest aus das andere freut! Und vom Ritt ins Iugendland kehrt man mit frischen Kräften an die mühsame Arbeit des Tages zurück. Zuweilen beschleicht einen der Gedanke, ob nicht bei so großen Feiern das Jüdische, die sachliche Grundlage unserer Arbeit, mehr zu betonen sei als das Persönliche, als Freundschaft und Zusammenhalten! Aber man sieht den Irrtum bald ein. Dem Sachlichen gilt unsere Alltagsarbeit, das Feiern ist dem Persönlichen, dem Menschen in uns gewidmet. Die schönen Bilder folgen uns in die Amtsarbeit, in den Beruf! Und unser Dank fliegt zu den Breslauer Freunden! Sie verdienen ihn, denn sie haben Gewaltiges geleistet. Sie haben nicht nur uns ein paar freudige Tage beschert, sondern sie haben auch dem K. C. Ehre gemacht. Es »st ein schweres Wagnis, Namen zu nennen, denn auch K.E.er sind dem Menschlichen unterworfen,- keiner soll gekränkt werden, und immer bleibt einer ungenannt, der es vielleicht verdient hätte. Aber jenen sei besonderherzlich gedankt, die das schöne Fest organisiert haben. Unsere lieben Freunde Karl Friedmann und AlfonS Budwig haben wochenlang Beruf — erstcrer auch Weib und Haus — um des K. E. willen vernachlässigt, und ihr Ruhm mag darum kommenden Geschlechtern erstrahlen. Und mit ihnen mühten sich in bewundernswertem Opferfinn der allezeit korrekte Herr des Ganzen. Ernst Rosenthal, und unser lieber gemütlicher Richard Engel. Und nachdem ich mir nunmehr den Dank, den Hunderte mit mir empfinden, von der Seele geredet und den gestaltenden Helden des StistungSsesteS Klio und der Unsterblichkeit angelegentlichst empfohlen habe, will ich schließen. ..'s war doch halt ein schönes Fest, alles wieder voll gewest." So sprechen wir mit dem Kommersbuch«! Ader „voll" gilt nicht im trivialen Sinne alkoholischer Freuden. Sondern voll war allevon Iugendfrische. Freundschast. Gemütlichkeit und Begeisterung für den K.C.l Aus Wiedersehen in BreSlaul V.e.k.K.C. ln aeternum! Und als ich wieder zu Hause war, und als ich die Zeitungen las, freute ich mich mit der jüdischen Oeffentlichkeit, einen wie prächtigen Eindruck die wirklich gewaltige K. C.-Kundgebung auch in der allgemeinen Welt gemacht hatte. Man könnte angesichts dieses Krastgefühls über die Nadelstiche hinwegsehen, die die zionistische Presse dem K. C. zu versetzen versucht, wenn sie nicht zu prinzipiellen Bemerkungen Anlaß gäben. Das Breslauer Zionistenblatt (um der Berichtigung sofort zu entgegnen, sei bemerkt, daß es offiziell neutral ist, aber es wird von einem Zionisten geleitet und es ist zu einem Sammelbecken für alles geworden, was der nichtzionistischen Iudenheit Schwierigkeit machen könnte) bemüht sich mit der „Jüdischen Rundschau" dem K. C. in religiöser Entrüstung einen Vorwurf daraus zu machen, daß einige Bundesbrüder am Freitag abend nach dem internen Begrüßungsabrnd ins Cafe Fahrig gegangen seien und sich dort laut benommen hätten. „Die Gaste wären angcwidert (ll) aus dem Lokal geflüchtet!!!"" Wenn man von den ganz unmotivierten und unsinnigen Uebertreibungen (die „Jüdische Rundschau" macht aus dem Vorfall einen KommerS!) absieht, bleibt bestehen, daß eine Menge von K. C. ern in recht vergnügter Stimmung am Freitag abend im Cafe waren. Wir glauben es den Berichterstattern auf's Wort, daß sie persönlich sich derartige Sabbathschändungen nicht zuschulden kommen lassen, aber die Vorwürfe gegen den K. C. — selbst wenn er wirklich einen KommerS veranstaltet hätte — sind unvorsichtig. Weiß die „Jüdische Rundschau" wirklich nichts davon, daß ihre Anhänger in Palästina offiziell und öffentlich durch Sportveranstaltungen fortgesetzt den Sadbath verletzen und die Gefühle der dortigen Juden wirklich ärger verletzen, als es bei den mehr oder weniger regelmäßigen jüdischen Besuchern des Cafö Fahrig geschehen kann? Und weiß das Breslauer Blatt wirklich nichts mehr davon, daß die Wiener zionistische Fußballmannschaft „Hakoah" am Sadbath in Kattowitz Fußball gespielt hat und daß zu diesem Spiel eine ganze Reihe von Zionisten aus dem übrigen Oderschlesien trotz des Saddaths hingefahren ist? Spekuliert die zionistische Presse lediglich auf die Gedächtnisschwäche des Publikums? Oder hat sie alle diese Dinge, die sich um Hunderte von Fällen vermehren lassen, wirklich selber nicht mehr im Kopse? ES wäre trostreich, wenn man letzteres annehmen könnte, da man sonst bet der Charakterisierung eines solchen Verfahrens um Begriffe nicht herumküme, die ich hier lieber nicht auSsprechen möchte. Die „Jüdische Rundschau" schreibt ferner hämisch, «S sei blamabel gewesen, daß einer der

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