KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 4 (August 1926)
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 58 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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des akademischen Ehrensämtzes einz,»treten. In diesem Sinne halten wir es für unzulässig, jemanden, der als Angehöriger eines dem Erü Verb.- und Ehren-Abk. angeschlossenen, nicht Waffengenugtuung gebenden Verbandes aus sittlicher Aeberzeugung Gegner des Zweikampfes ist, Verachtung zu bezeigen^ weil er eine Herausforderung zum Zweikampf unterlatzen oder nicht angenommen hat. Heide Gruppen erklären: -Auf Grund der obigen Erklärungen sind die bisherigen Wißhelligkeiten, die zwischen den Verbänden des Erlanger Verbändeuild Ehrenabkommens wegen der Trage der Verschärfung der Strafbestimmungen über den Zweikampf entstanden sind, als erledigt zu betrachten. Die früheren Erklärungen, die in dieser -Angelegenheit von irgend einer Seite abgegeben wurden, gelten daher als aufgehoben. Auf Streitfälle der Vergangenheit darf in Zukunft von keinem Verband mehr zurückgegriffen werden. Das steckt von Beleidigten auf Genugtuung nach den Erlanger Verbände- und Ehrenabkommen wird dadurch nicht berührt. Die übrigen nicht schlagenden Verbände, Schwarzburgbund, Wingolf und V.D.B., haben sich diesen Erklärungen angeschlossen. Damit war das .Kriegsbeil unter den Erlanger Verbänden zunächst begraben, man durfte aber daran zweifeln, dag dieser ^riedensschlus; non Dauer sein würde. Die grundsätzlichen (siegensätze sind doch zit *ief und können auch durch noch so schwungvolle Abmachung . und Resolttiionen nicht überbrückt werden.?ies zeigt besonders eine Tagung der Erle ger Verbände, die gelegentlich des Deutiäxu S cdententages in Bonn nattfand. 'Aus dieser Ta .mg führten die katholischen Verbärtde, ittsbesor ere die Vertreter des E.V., lcbhaite Beschwerde darüber, das; an den öilerreichischett Hochschulen farbentragende katholische Studenten voit den 'Angehörigen des Wafsenringes in übelster Weise angepöbelt, ja selbst körperlich angegri'fsen würden. Ihn diese -^schwerden zu klären, und für Abhilfe 511 sorgen, wurde ein Schiedsgericht unter dem Vorsitz des Vmirers -Aodcnhau'er lWingols) eingesetzt, der sich durch seine versöhnende lind ausgleichende Tätigkeit und durch die sachliäx' tliid vornehme Haltung der von ihm geleiteten Wingolfblätter großer Achtung innerhalb der studentischen Welt erfreut. Dieses Vorkommnis beleuchtet blitzartig die schwankenden (sirrrndlageit. au: beiten das Erlanger Verbändeabkommen errichtet ist. Verbände >ind hier zusammengekoppelt, zwischen denen so grundsätzliche Divergeilzeit bestehen, das; ein ge» meinsames Vorgehert wohl in den meisten wesentlichen Tragen ausgeschlossen erscheint. Der nn» befangene Beobachter kann sich des Eindrucks ,licht erwehren, da«; hier den katholischen Verbünden eine Bernhignitgspille gereicht werden soll, die ihre politische»« Sinne einschlüsern solle. W,e den« Deutschen Vetch d,»rch die in den Vertragen voit «.'oearno gewährten Vortelle der Ein» tritt in den Völkerbund schmackhaft gemacht werden sollte, so sahen in dem Erlanger Abkommen die führenden Persönlichkeiten der nicht katholischen Erlanger Verbände, die meist auch die leitenden Kopse des „hochschulriucs deutscher Art" und der „Arbeitsgemeinschaft völkischer Akademikerverbände" sind, das beste Mittel, durch die Anerkennung ihrer korporativen Gleichberechtigung die katholischen Verbände zur Mitarbeit in diesen ausgesprochen rechtspolitischen Verbänden zu gewinnen. Auf diese Mitarbeit legten sie allergrößten Wert, um der Oessentlichkeit das Votemkinsche Dorf einer einheitlichen und gegeschlossenen deutschen Studentenschaft vorspiegeln zu können. Hoffentlich werden sich die katholischen Gruppen dieser Zusammenhänge einmal bewußt, sie werden dann auch erkennen, daß die maßgebenden Kreise der eben genannten Organisationen zu jenen eingefleischten und unversöhnlichen ..Erbfeinden" des Katholizismus gehören, von denen weiter oben die Aede war. Einzelne katholische Korporationen haben auch bereits erkaiilit, daß es ihrer nicht würdig ist. sich für die politischen Geschäfte der -Aechten benutzen zu lassen und sind aus dem Hochschulring ausgeschieden. Aller Wahrscheittlichkeit nach wird auch der Mitte September in Berlin zusammentretende Kartellkag des E- V. sich 511 diesen Tragen äußern. Mau darf aus seine Stellungnahme gespannt sein. Als Wassensludent wünscht man, daß der E. V. die in den Würzburger Erklärungen zugesagte Zurückhaltung und 'Neutralität wahren und nicht die Traut derer verstärken wird, die mit Hilfe der verschärften Strafbestimmungen das Waffenstudententum vernichten wollen. 'Als Gegner des Hochschulrings niid der ihm geistig verwandten Organisationen hofft man. daß der E. V. endlich die wahre Aatur dieser lediglich in ihrem Programm ..unpolitischen" und „überparteilichen" Verbände erkennen, und nicht, wie bisher, die Stellungnahme seinen einzelnen Korporationen freistellen wird, sondern sich auch offiziell vor« ihnen zurückziebt. Den katholische«! Herren. die immer noch glauben, die antikatholischen Strömungen in diesen vorwiegend radikal-völkisch eingestellten Organisationen durch tätige Mitarbeit iu ihnen zurückdrängen und paralysieren zu können, sei des Horaz weise Erkenntnis entgegengehalten: „Natura expellas furca tarnen usque recurret“. Satisfaktion und Gesetz. Von Tveferendar Hans t?ennhoff (Sil..?vh.-Pal. SprevA. 'wenn in diesen Blättern des Problem der Satisfaktion von allen Seiten betrachtet und behandelt werden soll, so muß die Aufmerksamkeit des Lesers auch auf das Sonderprodlem ..Satisfaktion