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KC-Blätter · 1926-08-01 · Heft 4 (August 1926) · p. Seite 57

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Journal
KC-Blätter
Volume
1926
Issue
Heft 4 (August 1926)
Date
1926-08-01
Page
Seite 57 (sequence 13)
Language
German
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57 welchen die Gefahr einer schweren Verwundung besteht oder treffen ste auch jene Mensuren/welche ohne Gefahr einer schweren Verwundung ausgefochtenwerden?" Ihre Eminenzen die Kardinale beschloffen zu antworten: „Nein auf den ersten Teil der Frage, ja auf den zweiten Teil." Seine Leiligkeit Papst Pius XI. hat in der Audienz vom 20. Juni geruht, diese Entscheidung zu billigen und zu bestätigen. Amtsblatt für die Erzdiözese München und Freising n 12 vom 1. Oktober 1925. Von katholischen Publizisten hat sich zu dieser Frage insbesondere Dr. P. Erhard Schlund (München) im Sonderheft des L.V. ausführlich geäußert. Die tiefschürfenden Ausführungen des durch eine Reihe von Werken, insbesondere seine Schri't „Reugermanisches Heidentum im heutigen Deutschland", weit über die Kreise seiner engeren Fachgenossen hinaus bekannten Autors verdienen besondere Beachtung, auch wenn man manche seiner Ansichten als zu weitgehend ablehnen muß, z. B. wenn er schreibt: „Ls kann kein Zweifel sein, daß für einen Katholiken der Lintritt in eine satisfaktiongebende, also schlagende Verbindung verboten i st. Denn er begibt sich freiwillig in eine occasio proxima, eine „nächste Gelegenheit" zur schweren Sünde, und nimmt die Verpflichtung auf sich, gegebenenfalls schwer gegen die kirchlichen Vorschriften zu verstoßen. Beim ersten Duell, an welchem er, wenn auch bloß als Zuschauer, teilnimmt, ist er bereits der schweren kirchlichen Strafe verfallen, und es kann die Ansicht von W. M. Gierens 8. J. mit guten Gründen verteidigt werden, daß auch die Eltern oder andere Vorgesetzte der gleichen schweren kirchlichen Strafe verfallen, wenn sie bei ihren Söhnen oderNntergebcnen Duell (und auch natürlich Mensur) nicht hindern, odschon sie cs könnten." Dieser Abstecher in die katholische Dogmatik dürste genügen, um zu erweisen, daß für die Angehörigen der katholischen Verbände als gläubige Katholiken die förmliche Anerkennung einer Weltanschauung. die die Kirche für unsittlich erklärt, einfach unmöglich war. Gerade wenn man. wie der Schreiber dieser Zeilen, mit dem Herzen auf der Sette des Wafscnstudcntentums steht, muß man bedauern, daß diese Erkenntnis sich im Was» lenring nicht durchsetzen konnte und nunmehr eine Polemik begann, die leider nicht immer in sachlichen Grenzen blieb und stellenweise von jener Gehässigkeit gegen den Katholizismus durchtränkt wurde, von der eingangs hier die Red« war. Selbst «ine sonst so gemäßigte und vornehme Zeitschrift wie die ..Deutsche EorpSzritung" brachte einen, übrigens anonymen Artikel, der sich mit einer Broschüre des dem L. B. angehörenden Bonner StaatSanwalt Dr. Schorn über Duell und Mensur befaßte, und in einer für akademische Erörterungen durchaus ungewöhnlichen Weise die sachlichen Auseinandersetzungen mit keineswegs sympathischen persönlichen Angriffen verquickte. Solche rein geistigen Auseinandersetzungen über Fragen der Weltanschauung und Ehrauffassung sollten doch akademisches Niveau wahren und nicht in die Niederungen des politischen Tageskampfes hinabsteigen. Eine objektive Darstellung darf aber nicht verschweigen, daß auch auf katholischer Seite manches besser unterblieben wäre, die Presse der katholischen Verbände blieb zwar stets sachlich und vornehm im Gegensatz zu manchen Organen der katholischen Tagespresse; so hielt es beispielsweise ein Geistlicher für geschmackvoll, in einem Artikel in der „Kölnischen Volkszeitung" einen immerhin großen Teilen der deutschen Akademikerschaft lieben und ehrwürdigen Brauch, die studentische Mensur, auf eine Stufe mit Heren- Prozessen und Witwenverbrennungen zu stellen. Während des ganzen Winters 192.) wurden zwischen den Erlanger Verbänden Verhandlungen gepflogen, deren Einzelheiten darzustcllen hier zu weit führen dürste. Die Verbände desWaffenrings bestanden daraus, von den katholisck^en Gruppen eine „Anerkennung" ihres Standpunktes ausgesprochen zu erhalten, was für die katholiscixn Verbände aus dogmatischen Gründen schlechterdings unannehmbar rvar. Er trat deshalb schließlich in den Verhandlungen ein toter Punkt ein. so daß mit einer Sprengung des Erlanger Vorbändeabkommens gerechnet werden mußte. In diesem Stadium übernahm ein zwisckx'n den Verbünden stehender Bund, der Wingolf, die Mrmitt'errolle. Der Schriftleiter der Wingolf- Blätter. Pfarrer Rodenhauser (München), setzte sich mit Vertretern aller Gruppen zusammen und cs gelang ihm tatsächlich, eine Basis für die Einigung in der Form zu finden, daß die streitenden Gruppen Erklärungen austauschten, die ans beiden Seiten für ausreichend erachtet wurden Diese sogenannten Würzburger Erklärungen lauten: Würzburger Erklärungen» Die katholischen Verbände erklären: Wir erstreben mit Rücksicht auf die Notlage des Vaterlandes die akademische Einheitsfront. Zn die politische AuSeinandersetzuna über den Zweikampf können wir als unpolitische Verbände nicht eingreifen. Di« Ehrenhaftigkeit des Standpunktes der Waffen« studenten wird von uns nicht bestritten. Wir achte»» in der Auffassung des Waffenftudenten von der Verteidiguna seiner Ehre den Ausdruck seiner sittliche»» Weltanschauung Aus diesen Gründen wird der Ka,npf gegen das Waffenstubententum in der Form. d»»rch Propagierung entehrender Strafen den Zweikampf zu beseitigen, von uns in keiner Weife unterstützt werde»». Die waffe»studentischen Verbände erklären: Wlr sind bereit, durch weiter« Teilnahme am Erl. Verb und Ehren-Abk. für ciuc positive Gestaltung

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