KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 4 (August 1926)
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 50 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Anrecht auf sein Vaterland und die Reinheit seiner Ehre. Wir sind in diesem Kampf die Anehrenhaften? Jene, die uns ohne Grund befeinden und sich dann mit schamlosen Vorwänden in Sicherheit bringen, wenn es gilt, ihren Mann zu stehen. Unsere Ehre ist unbefleckt. And so gut wie irgend ein anderer haben wir jedes Recht auf Satisfaktion und verlangen und geben sie darum. Dieser Kampf ist nicht ein Kampf von heute und morgen. Rein, dieses Ringen, dieses harte, unerbittliche um untere Anerkennung und unsere Stellung kämpfen wir seit langem und noch Jahrzehnte wird es nötig sein. Aber dann kommt de»- Dag. wo die Intrigen jener zusammenbrechen, der Dag, wo all die Kräfte, die frei sind von rassischer und politischer Verblendung, sich im Bekenntnis zu einem einigen und freien deutschen Gedanken finden, der Dag. wo die Wahrheit und das Recht den Sieg behaupten. Anter diesen säkularen Gesichtspunkten gilt es. den Kampf um unsere studentische Anerkennung zu führen, die man uns heute noch äußerlich durch Verweigerung der Satisfaktion absprechen will. sann cs für uns als K. E. er eine Zrage geben, wie wir uns zur Satisfaktion stellen? Diese Stellung ist seit langem festgelegt und wird so lange bleiben. So lange von unfern Lippen ballt ein deutscher Laut, so lange unser Herz sich freut an der Schönheit deutschen Landes und wir mitfühlend teilnehmen an der Entwicklung und dem Schicksal des deutschen Volkes, so lange fühlen wir uns als deutsche Studenten, als Korporalionssludcntcn ttnd betrachten den Komment des deutschen Sludcntenlebens als den unfern und die Satisfaktion als unsere Zorm. studentische Ehrenhändel auszutragen. Schon hiermit wäre unsere konservative Einstellung zum deutschen Korporalionskommettk erklärt. Ihrer Selbstbewusstsein als Juden, unter dem wir verfleben. da»; wir zwar um nichts besser, aber auch um gar nichts geringer fini> als unsere anderen Kommilitonen, gebietet uns mit Selbst» verüändlichkeit. nufere persönliche Ehre als unser heiligstes Gut zu betrachten. Mud so wird unsere EmneUung xitr Satisfaktion für uns ein Stzmboi. den rveißen Glanz unseres Schildes, den eines unserer Vannerlieder mu dem frisch gefallenen Schnee vergleicht, stets und dauernd in 'einer Reinheit zu erhalten. Muser Ziel, die Mitglieder unseres Verbandes zu aufrechten Menschen und Persönlichkeiten zu erziehen. die jederzeit mutig auf dem Plan er- 'äx'inen. tvenn es gilt Anrecht zu sühnen und Beietd.igung zu ahnden, das Ziel des K. E. stets enischtofseue. verantwortungsvolle, mit Sicherheit a.nfrretende Männer zu bilden. U\Hl uns bas Prinzip der unbedingten Satisfaktion und die dazu erforderliche psychische Einstellung eines jeden als äußerst wertvolles Erziehungsmittel auf diesem Wege begrüßen. Zur Verteidigung unserer persönlichen Ehrenhaftigkeit wählten wir den Säbel. Damit ist unsere Einstellung zur Satisfaktion prinzipiell festgelegt. "And der Säbel ist uns zugleich eine taktische Rotwendigkeit, denn in dem von uns geführten Kampfe im studentischen Leben haben wir zu zeigen, daß wir dieselben Waffen, die andere als ihr besonderes Vorrecht ansprechen möchten, genau so vollkommen beherrschen wie jene, daß aus unseren Reihen ebensolche Meister des Säbelfechtens hervorgingen wie aus den Reihen der anderen, und daß wir weiter gewillt und entschlossen sind, mit gleichem Eifer wie bisher unsere Verbandsbrüder im hechten zu trainieren und dies, so lange wir es nicht anders nach außen beweisen können, alljährlich auf unfern Sportfesten kundtun. And fragt jemand, warum gerade wir K. E. er. warum unsere jüdische Korporation gerade mit diesem Eifer am Satisfaktionsprinzip festhält, so gelle unser« freunden als Mahnung: Ihr tverdet doch noch einmal den Dag erleben, an dem niemand mehr wird wagen dürfen. Euch die Satisfaktion zu verweigern. Bis dahin schmiedet die Waffen und stärkt Euern 'Arm. um dann sofort wieder 311 zeigen, daß der alte Kampfesmut des K. E. mit derselben Kraft und gleichem Feuer lodert wie je zuvor. Der Säbel bleibe ein Prüfstein für Euer« Mut und zugleich für Eure Ausdauer! Die geschichtliche Entwicklung des ^identischen Zweikampfes. Von Prof. Dr. Paul Ssymank (Güttingen).*) Die Beratung der Strafbestimmungen. welche von den gesetzgebenden Körperschaften des Deutscheu Reiches gegen das DssiEersduell geplant worden sind, bat die Aufmerksamkeit der Defsentlichkeit wieder einmal auf die Frage des studentischen Zweikampfes gelenkt, und das gesamte Wasfenstudententum fühlt sehr wohl, das) die Annahme drakonischer Gesetze gegen Duell und Mensur sein Dasein aufs schwerste bedroht, ja vielleicht völlig vernichtet. Das zähe Festhalten eines großen Teiles der akademischen Jugend an der Sitte des Zweikampfes, gegen den sich nicht nur liberalgesinnte. sondern auch religiös beeinflußte .Kreise nachdrücklich erklären, ist an sich eine merkwürdige Erscheinung und nur für den begreiflich, der die geschichtliche Entwicklung kennt und infolgedessen Zuerst erschienen in der deutsch. Ak. Itg.