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KC-Blätter · 1926-08-01 · Heft 4 (August 1926) · p. Seite 49

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Journal
KC-Blätter
Volume
1926
Issue
Heft 4 (August 1926)
Date
1926-08-01
Page
Seite 49 (sequence 5)
Language
German
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49 Welche Stellung nehmen der K. C. als jüdische Korporation und seine Mitglieder als deutsche Studenten zur Eatisfaktionsfrage ein? Bon Fritz Rose nt Hai. Spreviae (x.F.M.). Line naturnotwendige Erscheinung war die Bildung jüdischer Verbindungen an deutschen Universitäten, als nach dem Auftreten des Vereins deutscher Studenten nach und noch fast sämtliche Verbände grundsätzlich keine Irtden mehr als Mitglieder aufnahmen. Und von den jüdischen Verbindungen ist unser Verband als erster derjenige gewesen und geblieben, der die Zugehörigkeit seiner Mitglieder zum Deutschtum und Judentum klar und scharf betonte. Wir sind deutsche Studenten, und die Formen, in denen sich das deutsche Studentenleben abspielt, sind die unsern. Wir sind Juden und betonen dies im Gegensatz zu andern, auch wesentlich aus jüdischen Mitgliedern bestehenden Verbänden aus der Ueberzeugung, daß nur wir, die wir selbst leiden, an der uns wegen unserer Zugehörigkeit zur jüdischen Glaubens- und Schictsalsgemeinschast zugesügten Schmach, mit der erforderlichen Energie gegen das Unrecht auftreten können. Ein gemeinsames Band bindet uns an Deutschtum und Judentum. Damit stehen wir im akademischen Leben für unser Recht in einem Kampf gegen jeden, der cs wagt, unsere Zugehörigkeit zum Deutschtum auch nur anzweifeln und uns als Juden irgendwie beleidigen zu wollen. Ja. wir behaupten. wir. denen deutsche Geschichte, deutsche Kultur. deutsche Wissenschaft, deutsches Wesen und die Erziehung zum deutschen Staatsgedanken Grundlage unseres Daseins, unseres Denkens. Handelns und Fuhlens sind. wir. deren Vorfahren und Brüder, gleich denen unserer andern Mitbürger den Tod aus den Schlachtfeldern fanden. wir. die seit Jahrhunderten deutsche Geschichte miterleben und mitgestalten, deutsche Wissenschaft studieren und an ihrem Ansehen in der Welt Mitwirken, wir sind in viel stärkerem Maße Deutsch«, als wer da sein Deutschtum nur als RassensanatismuS kennt und glaubt, mit leeren Worten unsere Rechte schmälern zu können. Kann eS für den K.E. als jüdische Korporarion. für unS aiS deutsche Studenten zweifelhaft sein, welche Stellung wir zu den Formen des deutschen StudentenledenS nehmen? Wir betrachten sie als die unsern und pflegen ln jeder Weise ihre Einrichtungen. Und so gibt denn der Komment. Bier- und Trinkkomment, Fechtkomment. bunte Mütze und dreisardigeS Band auch unfern Korporationen das besondere, allen deutschen Korporationen eigentümliche Gepräge. llusere Stellung zur Satisfaktion ist damit eindeutig sestgelcgt. Indem wir vom ersten Tage an, da unser Verband ins Leben trat, erklärten, wir sind eine deutsche Verbindung, in ganz dem vollen Maße deutsche Verbindung, wie irgend ein Corps, oder Burschen- oder Landsmannschaft, erklärten, wir als deutsche Studenten, die wir deshalb in gleicher Weise Freude haben am Studentenleben wie unsere andern Kommilitonen, erkennen in jeder Form die Eigentümlichkeiten des Studentenlebens als die unsern, für uns die Satisfaktionsfrage nur eine Teilfrage unserer Gesamteinstellung zu den studentischen Formen. So folgt aus unserem Bekenntnis zum Deutschtum und unserer prinzipiellen Einstellung 511111 deutschen Studentenkebcn mit Selbstverständlichkeit, daß wir aus dem Boden der unbedingten Satisfaktion stehen und Genugtuung mit der Waffe geben und verlangen. Unserer positiven, bejahenden Lebensauffassung entspricht es, wenn wir allen Anforderungen zum Trotz, ja gerade deshalb erst recht, ans diesem Standpunkt bebarren. Wir verteidigen mit dem Säbel unsere persönliche Ehre und zeigen zugleich damit unseren Willen, für unser Dasein als deutsche Juden bis zu unferm letzten Atemzuge die volle Gleichberechtigung und Anerkennnng zu erkämpfen. Neidische. baßersüllte Seelen, feindlich gestimmte Kommilitonen. d:c unsere Geschichte nicht kennen, unsern festen, unzerreißlichcn Zusammenhang mit unserm dentschen Vaterland zu leugnen wagen, die mit vorgefaßten. auS gemeinster Literatur geschöpften Schlagworten gegen uns anstreten, diese niedrigen Seelen, die nie versuchten, uns zu verstehen, scheinen ihr ganzes Deutschtum darin zu sucix'n. daß sie uns zu ^117^ schmähen, gegen uns Intrigen schmieden und uns durch Satisfaktionsvenveigerung ehrlos hinstelien möchten. So wollen jene unsere studentische Stellung unmöglich machen. Da irren diese Herren gewaltig. Da haben sie keine Ahnung von der Energie und Willenskraft, die in uns steckt, mit der wir seit Jahrhunderten um unser Recht slreiten und tveiter zu kämpfen gewillt sind bis nur Leistung und Verdienst die Recbte des einzelnen bestimmen. So stehen wir offen und mutig aus dem Plan! Während jene sich seige zurückziehen. wenn sie ihren „Mut" beiveisen sollen. So kämpfen wir gegen eine 2ve!t von Widersachern im Bewußtsein und der Gewißheit, daß üderaU. wo reines Menschentum den Willen zeigt, uns odtektiv zu beurteilen, unsere Sache des Kampfes wert, unser Schild weiß, unser Kamps hetltg ersäxint. heilig, weil er um das primitivste, aber zugleich wertvollste Gut des Menschen gekämpst wird, für sein

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