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Der junge Jude · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 1 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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Mitarbeit auf und ein neues Arbeitsgebiet eröffnete sich seinem Schaffen Aber der Aufenthalt in Berlin saete ihm nicht zu, so siedelte er nach Erez Israel über und ließ sich in Tel Aviv nieder. Ein neues Leben in einer vollkommen hebräischen Umgebung belebte seine SchöpferKraft aufs Neue. Von seiner Tätigkeit als Lern er, angefangen als Lehrer in der Musikhochschule, kam er nachher auch mm Leherinnen- und Kindergärtnerinnen-Seminar. Die Konzerte seiner eigenen Kompositionen wirkten sich bald spürbar im Volksleben aus. Und schon hörte man von den Lippen der Arbeiter in den Straßen seine Lieder „Rar jochaj*', ,tHaj, haj, Nahalajim*'. Auch in der palästinensichen Presse publizierte er seine Aufsätze. Als das 2. dramatische Studio der Histadruth „Qhel" sich zusammenschloß, nahm er die musikalische Leitung in seine Hand und widmete sich ihr mit aller Energie Er sammelte die Mitglieder des „Ohel* zu einem Volkschor, der bald nach seiner Gründung in der Oeffentlichkeit Engels Lieder vortrug. Zur Einstudierung der PPerez - Feier" durch das „Ohel" schrieb er eine gelungene Begleitmusik und reiste mit der Truppe im ganzen Lande herum. Insbesondere war er im Emek, in deu genossenschaftlichen Siedlungen mit Leib undSeele bei den Vei anstaltungen. Abends vor und nach den Vorstellungen schaarte er die Chawerin und ihre Kinder um sich und sang mit ihnen seine Lieder und chassidischen Niggunim. Er nahm lebhaften Anteil am Leben des Meshek und hielt sich gern in der freien Natur auf. Seine Anwesenheit beeinflußte das Leben im Emek spürbar. Wochenlang ward man nicht müde, allabendlich seine Lieder zu singen Tatsächlich ist heute kein Fest und keine Feier ohne Engels Lieder und Niggunim denkbar. In Tel-Av.v, nach oer Rückkehr von der Reise ward er sich hewusst. dass der Ort für sein weite es Schaffen Erez Israel sei, und mit noch grösserer Begeisterung und Liebe s tzte er sein Werk fort. Er schrieb für das OHEL die Bühnenmusik zu Heyjermanns HaDAJAGIM (Die Fischer) und betrieb danach die Herausgabe seiner bedeurensten Schönfung der 2 SamuelbändeKinderliederBEKEREN SAVITH, die schnell Verbreitung fanden und bald von den grossen und kleinen Kindern des Landes gesungen wurden. Zu Winters Anfang 1927 zog er sich eine schwere Erkältung zu. Als eine leichte Besserung eintrat — dies war der letzte Monat seines Lebens — zeichnete er neue Melodien auf zu Gedichten von Bialik, Avigdor. Hamairi und anderen. In den letzten Tagen kehrten seine Kräfte wieder und am Tage seines Todes fühlte er sich fast schon gesund sodaß er am nächsten Tage wieder aufzustehen hoffte. Tag für Tag empfing er Musiker und Freunde und unterhielt sich mit ihnen über seine neuen Arbeitspläne. Am Abend versuchte er aufzustehen, doch plötzlich wurde ihm übel. Er rief seine Frau, li:ß sich mit ihrer Hilfe auf einem Sessel nieder und starb. * Engel ist nicht mehr. Zwei Jahre sind seit seinem Tode vergangen Er ist unvergessen. Ein anderer ist an seiner Stelle noch nicht getreten Seine Lieder werden im Lande mehr und mehr gesungen Erez Israel gedenkt seiner und besonders das Emek, das von ihm soviel empfangen. Es bleibe sein Name im Emek, in den Bergen Gilboas. S. Schapiro. CHALUZIUTH. Es wird ganz allgemein im J J.W B. empfunden, daß die Lage des Bundes einer Klärung bedarf. Wenn in diesem Zusammenhang oft von einer Krise die Eede ist, so ist es keine ideologische und auch keine Krise des Nachwuchses als vielmehr die äußerst starken Spannungen der verschiedenen Anschauungen über den Weg des Bundes. Es sind die Differenzierungen in der Beantwortung einer schwerwiegenden Frage der Erziehung junger jüdischer Menschen für die Ziele der pal. Arbeiterschaft, die im Bunde um Anerkennung ringen. Besonders im gegenwärtigen Augenblick, wo nach langer Zeit langsam wieder mit einer Alij ah zu rechnen ist, wo im Gesamtzionismus sich neue Gruppier- 28

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