Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 1 (März 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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UMSCHAU JOEL ENGEL ..Jgpflp . ^t^rfö 'ii?~~~t?r?i?.0j Am 9. Adar scheni dieses Jahres kehrt zum zweiten Male der Todestag des jüdischen Komponisten Joel Engel wieder und es verlohnt der Mühe, kurz über das Leben und Wesen dieses Mannes zu berichten. Auf dem Gebiet der Musik hat die jüdische Schöpferkratt manches geleistet. Aber Talent und Begabung kamen nicht dem eigenen Volke zugute, sondern fremden. Zwar erschienen musikalische Werke über jüdische Themen, aber der Geist dieserMusikwar nicht jüdisch. Allein am Ende des 19 Jahrhunderts zur Zeit des wiedererwachenden jüdischen Nationalbewußtseins schloß sich in Rußland eine Gruppejunger jüdischer Musiker zusammen und begann sich mit volkstümlicher Musik zu befassen. Leiter dieser Gruppe war Joel Engel. Joel Engel trat in das Moskauer Konservatorium nach Beendigung seines juristischen Studiums auf der Universität Charkow und wurde ein Schüler Tanejelf, seinerzeit einer der größten Musiker Rußlands. Nach Verlassen des Konservatoriums war er als Musik-Schriftsteller und Kritiker tätig und redigierte in dieser Eigenschaft viele Jahre eine große russische Tageszeitung. Auch verfaßte er für andere Verläge ^viele Aufsät/e. Er gehörte zu den Uebersetzem der musikalischen Enzyklopädie von Riemann und übertrug sonst noch wertvolle Arbeiten in die russische Sprache. Auch hielt er Vorträge über diese Themen und stand lange Zeit an der Spitze des Konservatoriums für Volksmusik in Moskau. Damals fand er auch den Weg zur jüdischen Gemeinschaft Der Funke, der in ihm entbrannte, ließ ihn nicht Genüge finden an seiner Arbeit. Mit besonderem Eifer widmete er sich dem Studium der Niggunim und zog im Sommer während seiner Ferien in die kleinen Städte, um dort Volksliederzu sammeln, die _______ er an Ort und Stelle „aufzeichnete. 1900schonbehandelte er die jüdische Volksmusik in einigen Vorträgen in Petersburg und Moskau und erweckte dort bei der jüdischen u nichtjüdischen Intelligenzreges Interesse. Bald gab er eine Sammlung v. Volksliedern in eigener Bearbeitung heraus und veranstalteteVolksmusik- Konzerte in diesen Städten und in der Provinz, mit denen er große Begeisterung erweckte. Sein Ei folg gipfe!te ]n der Gründung der „Jüdischen musikalischen Gese'lschaff (1908,) an der er mit ganzer Energie schuf. Während dieser Periode verfaßte er seine ersten Kompositionen Als nach dem Krieg die ,HAB1MA' gegründet wurde, schiieb Engel die Musik zu Anskys Dybuk. Er verließ Rußland und kam nach Ber in. Auch frer veranstaltete er Vorträge und K onzerte seiner eigenen K ompositionen. Der Juwal Verlag forderte ihn zur 27