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Der junge Jude · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · page 21

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 1 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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geistig, einfach, aber tüchtig, sehr tüchtig. Denn sie haben es nicht nötig gehabt, sich ihren Zionismus gegen alle die inneren Widerstände zu erwerben, die andere gehabt haben, sondern sie sind selbstverständlich in eine zionistische Mentalität hineingewachsen. Sie können sich also leisten, unbelastet zu sein, und sind unzerrissen, gradlinig, — Menschen der Tat. — Sie sind da, wir sind gerettet, denn wir habensie. Das ist der Eindruck, den man von der Darstellung dieser Dritten Generation haben muß. Der Verfasser bemerkt nicht, daß mit dieser inneren Verfassung noch keine Gewähr zur Sicherung all dessen gege-' ben ist, was man sich nach vielen Erfahrungen von den Möglichkeiten eines Weges assimilierter Jugend zum Zionismus bisher vorgestellt hat. Ein solches „Hineinwachsen" ist doch nur Menschen möglich, bei denen die Grundlage dazu, Jüdischkeit, noch vorhanden ist. Solche Menschen sind in Deutschland nur Ostjuden. Die Selbstverständlichkeit, mit der die jüdischen Massen im Osten sich zum Zionismus bekannten, ist nur erklärlich, weil für sie die täglichen Gebete um Zion noch verständlich waren und ihre Zionssehnsucht noch nicht zum bloßen Wort geworden war, dem!man alle möglichen allegorischen Ausdeutungen geben kann, wie die vom geistigen Zionismus u. s. f. Nur so kaiwi, fes sein, und ist es, daß Menschen ohne große Diskussionen und Theorien mit Selbstverständlichkeit zum Zionismus und zur zionistischen Tat kommen. Diese Menschen sind heute zum großen Teil in JJWB vereinigt, der an ihnen wertvolle Erziehungsarbeit leistet, und eine Betrachtung dieser Dritten Generation zeigt auch, daß sie zum überwiegenden Teil aus Ostjuden besteht. — In Parenthese sei bemerkt, daß in diesem Kreis sehr häufig wirtschaftliche Notwendigkeiten Menschen in manuelle Berufe treiben, die oft erst nach Jahren der „Hachscharah" vom JJWB oder vom Hechaluz zionistisch erfaßt und zur Alijah gebracht werden. II. Ganz anders stellt sich die Situation dar, wenn man die westjüdische Jugend desjenigen Alters betrachtet, das etwa dem der Dritten Generation entspricht. Hier wiederum kann man deutlich zwei Gruppen unterscheiden. Das Merkmal der einen ist, daß für ihre Menschen die Auseinandersetzung mit der Forderung der Chaluziuth theoretisch keineswegs beendet ist, praktisch auf außerordentliche Schwierigkeiten stößt. Ihr gehören auch die Menschen aus westjüdischen Häusern an, die dabei geblieben sind. Nur zum geringen Teil ist ihnen, die aus einem tetark kultivierten Großstadtmilieu kommen, dessen Geistigkeit meistens noch durch die Erziehung im Blau-Weiß gesteigert wurde, gelungen, einen befriedigenden Uebergang zu einem Leben als Arbeiter, und als tüchtiger Arbeiter, zu finden. Meist ist noch nach Jahren der ganze Fragenkomplex ebenso schwierig wie im Anfang. Die Alijahsperre wirkt sich gerade hier verhängnisvoll aus, weil für sie eine Proletarisierung in Deutschland außerhalb der Möglichkeiten liegt. Dies ist ein Problem für sich, eine Tragik von ungeheuren Ausmaßen. Andere von ihnen haben die Chaluziuth nicht durchführen können, aus meist persönlichen, oder auch äußeren Gründen; die besten von ihnen können sich damit nicht abfinden, daß sie, bereit zum Einsatz der ganzen Person^ gezwungen sind, in der Etappe zu bleiben, während die entscheidende Schlacht an der Front vielleicht verloren geht. Diese Menschen stellen zum großen Teil den aktiven Teil des K. J. V. Dort 19

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