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Der junge Jude · 1929-03-01 · Heft 1 (März 1929) · page 20

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 1 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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nach Palästina überführen und so aus der vorgegaukelten Wirklichkeit eine reale machen. Aber Sie werden wohl selbst allzugut wissen, daß das durchaus nicht in allen Fällen gelingt, und eine gute Führung jst verpflichtet, auch für diese Möglichkeit ernsthafte Vorsorge zu treffen. Daß außerdem selbst Palästina unzureichend ist, die ideologische Vorarbeit zu ersetzen, durch die die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk innerlich errungen werden muß, hatte ich schon in meinem Aufsatz dargetan. Man muß auch dort, — dort erst recht — wissen, warum gerade in idesem schwierigen Land und diesem widerspenstigen Volk der soziale Gedanke verwirklicnt werden soll. Gerade dort ist die härteste Probe zu bestehen, und ich hege Bedenken», daß gerade der* sie am besten bestehen wird, der vorher andauernd so getan hat, als ob dieser Rahmen für ih meelbstverständlich wäre. Ich glaube, Sie und Ihre Freunde werden nicht umhin können, Gedanken dieser Art — die Ihnen doch in Wahrheit nicht von außen aufgedrängt werden sondern schon Sie selbst beschäftigen und vielleicht beunruhigen — bei Ihrer Vorbereitungsarbeit in immer steigendem Maße zu berücksichtigen. Und nun nur noch ein Wort über das Mißverständnis. Ich habe selbstverständlich nicht schlechthin ein Primat des Zionismus vor dem Sozialismus aussprechen wollen. Ich bin nicht im Besitz einer gültigen Wertskala, die den menschlichen Strebungen auf göttliche Art ihren Rang zuweist. Ich habe nur für Menschen gesprochen, die sich Zionisten nennen. Und was die anbetrifft, so meine ich allerdings, daß die nationale Kategorie die Grundvoraussetzung bildet und in diesem Sinne jeder andern voranzugehen7 hat. Sonst verliert nämlich der Begriff Zionismus seinen Sinn. Wenn jemand seine Nation als Wert anerkennt und ihr Wiederauferstehen zu seiner Aufgabe macht, so liegt hierin allerdings die primäre Forderung, der jede andere sich zu unterzuordnen hat. Auf dieser Grundlage darf und soll auch um die For*m dieses Wiedererstehens gekämpft werden. Wenn aber die Form, die jede Gruppe erstrebt, das Primäre wäre, so stünde es jeder frei, sich von dem Spiel zurückzuerziehen, sobald die anderen sich stärker erwiesen. Und diese Freiheit besteht für den Zionisten nicht. Er stellt das Ziel eines lebendigen Volksganzen vor seine Doktrin über die Art dieses Lebens; er kämpft für sie innerhalb des Organismus, den er mitschaffU Aber ohne diesen Organismus verliert auch das Sonderziel seinen Sinn. Er hat nicht das jüdische Volk ergriffen, um in seinem Rahmen Lieb:-* Ilngswünsche zu erfüllen, sondern es hat ihn ergriffen, und ohne das Volk, gerade dies Volk, würde auch seinem Sonderziele der Boden entzogen. Nur so habe ich es gemeint, wenn ich für Zionistein eben dem Zionismus den Vorrang zugesprochen habe. Die dritte Generation. Die zionistische Jugend zerfällt z. Zt. deutlich in mehrere Gruppen, je nach ihrem inneren Verhältnis zum Zionismus und der Art in der er für sie und in ihnen wirksam geworden ist, I. Da ist zunächst jene Gruppe, die für sich den Namen Dritte Generation geprägt hat und die geistig zu repräsentieren Aufgabe dieser Zeitschrift an sich ist. Einer ihrer Vertreter hat vor kurzem Anlaß genommen, einiges von ihrem Wesen auszusagen. „Eine Generation der Tat". Un- 18

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