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Der junge Jude · 1928-07-01 · Heft 5 (Juli 1928) · p. Seite 167

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 5 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 167 (sequence 33)
Language
German
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UMSCHAU UR1 ROSEN BLATT: Zum Bundestag des Jung- Jüdischen-Wanderbundes Nach einer Zeit schwerster Krise im Lande, die das Leben des Bundes unmittelbar beeinflußte, ruft der J. J. W. B. seine Chawerim zu einem entscheidenden Bundestag zusammen. Dieser Bund, der sich zur Aufgabe gesetzt hat, die jüdische Jugend Deutschlands aus ihrer Verbundenheit mit der bürgerlichen assimilatorischen Gesellschaft herauszureißen und sie in den Kreis der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas einzugliedern, hat die Zeit einer schweren Prüfung hinter sich. Die Arbeitslosigkeit, der Hunger, die Verzweiflung, die der Zusammenbruch der vierten Alijah über die Arbeiterschaft brachte, fanden ihren unmittelbaren Ausdruck in diesem Bunde, der sein Leben mit dem arbeitenden Palästina verbinden will. Nach einer dauernden Aufwärtsentwicklung des Bundes steht er plötzlich vor der Tatsache, daß eine Anzahl seiner Menschen seine Reihen verlassen. Kräfte, gegen die der J. J. W. B. immer zu kämpfen hatte, erfassen Teile des Bundes. Ein Teil verschwindet im jüdischen Bürgertum, ein anderer erliegt der Ideologie des politischen Kommunismus, dessen Forderungen leichter zu erfüllen sind, als die des Bundes. — Und bei den Zurückgebliebenen bleibt ein Zustand innerer Unsicherheit. Inzwischen ist in Palästina die Krise überwunden und die Hoffnung auf eine baldige Alijah scheint sich zu erfüllen. Der J. J. W. B. hingegen ist noch nicht zu seiner alten Kraft zurückgekehrt. Geschwächt geht er aus der Krise hervor, geschwächt nicht nur an Zahl. Die innere Verwirrung, die die alten und klaren Ziele des Bundes verdunkeln, ist noch nicht geschwunden. r~ Auf diesem Bundestage müssen die alten Grundlagen unserer Arbeit neu bestimmt und gefestigt werden. Es muß wieder zur Gewißheit werden, daß wir unlöslich mit dem Schicksal der jüdischen Gesamtheit verbunden sind. Und diese Verbundenheit muß sich darin ausdrücken, daß es gilt, alle Ideen der Umwelt, die dem Schicksal unseres Volkes nicht gerecht werden können, zu überwinden. Es wird darum gehen, den Zionismus als Primat und als Grundlage unserer Existenz wieder lebendig zu machen. Die einfache und elementare Erkenntnis, daß ein sozialistischer Aufbau und Kampf nur denkbar sind, wenn eine zionistische Bewegung in der Galuth besteht, muß von allen Teilen des¬ Bundes begriffen werden. Um sich der ganzen Verantwortung dieses Zionismus bewußt zu wTerden, wird es wieder notwendig sein, den Platz des Bundes in dieser Bewegung neu zu bestimmen. Gerade die Entwicklung der zionistischen Bewegung der Gegenwart, ihr sichtbarer Zerfall müssen uns zwingen wiederum zu prüfen, welches die Gründe dieses Niederganges sind. Es wird zu untersuchen sein, warum Tausende junger Menschen im Laufe der letzten 10 Jahre durch die Jugendbünde gegangen sind, ohne irgendwie für eine ganz bestimmte Aufgabe erfaßt zu sein. Bei ehrlicher Untersuchung werden wir wieder zu der Erkenntniskommen, die letzten Endes den Platz des J. J. W. B. in der jüdischen und zionistischen Welt bestimmt hat: daß letzten Endes die Bewegung nur von solchen Menschen getragen werden kann, die ihr ganzes Leben in den Dienst dieser Sache stellen. Der jugendliche Mensch wird vielleicht noch die Kraft aufbringen, der Bewegung das zu geben, was sie fordert, doch wenn es sich darum handelt, den Lebenskampf, den Kampf um die eigene materielle Existenz zu beginnen, stellt sich bald heraus, daß für die Sache des Zionismus 167

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