Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 5 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 149 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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der Arbeitersiedlungen zurückgeführt; teils war dies die wirkliche Meinung und teils haben vielleicht auch politische Gegner der Arbeiter dieses naheliegende Argument sich zunutze gemacht. Es gab dagegen nur ein wirksames Abwehrmittel: durch Konsolidierung der Wirtschaft zu beweisen, daß das frühere Versagen nur auf die durch die zionistische Budgetpolitik verschuldete Unkonsolidiertheit zurückzuführen war, nicht aber auf soziale Gründe. Statt diesen Weg zu gehen, ließ sich die Arbeiterschaft leider in einen unverständlichen Kampf gegen die Prinzipien der Konsolidierung hineinreißen, sodaß es naheliegend wurde, ihr Freude an der Mißwirtschaft unterzuschieben. Die Arbeiterschaft (Histadruth) trägt durch die Unverniinft ihres politischen Kampfes selbst die Schuld daran, daß man schließlich meinte, die Prinzipien der Konsoldierungspolitk nur gegen die Arbeiterschaft durchsetzen zu können, während in Wahrheit nach Lage der Dinge gerade die Arbeiter an wirklicher Konsolidierung der Wirtschaft am meisten interessiert sind. Wenn wir jedoch, und dies ist der Zweck dieser Zeilen, von der bevorstehenden neuen Alijah sprechen, und uns die Frage vorlegen, wie wir diese neue Alijah mit tunlichster Beschleunigung ermöglichen und zu einem Erfolge machen können, dann ist es das erste Gebot, die Fehler früherer Aktionen zu vermeiden. Natürlich werden wir noch immer genug Fehler machen, dies ist Menschenschicksal bei Menschenwerk, aber im Interesse unserer Sache sind wir verpflichtet, wenigstens die bereits gewonnenen Erfahrungen zu verwerten. Ich halte es für die Pflicht eines wahrhaften Freundes der Chaluzb&wegung, ihr dies zu sagen und diese Probleme mit ihr zu besprechen. Auch durch solche Aussprache kann man ihr helfen und vor allem sie vor Unüberlegtheiten bewahren, die der Bewegung und den einzelnen ihr hingegebenen Menschen schweren Schaden bringen müssen. Vielleicht tragen diese Zeilen, die natürlich die Probleme selbst in keiner Weise erschöpfen und nur eine ungerechte Kritik zurückweisen wollen, zur Aufklärung bei. * Nachbemerkung. Der Verfasser legt Wert auf die Feststellung, daß die vorstehende Entgegnung (bereits vor mehreren Wochen geschrieben wurde, also noch bevor der Bericht der »Palästina-Prüfungskommission« der »Jewish Age'ncy« bekannt war. Die in den vorstehenden Zeilen ausgesprochenen Anschauungen werden ganz unabhängig von den Empfehlungen dieser Kommission vertreten und behalte'n ihre Richtigkeit, auch wenn wir die Vorschläge der Kommission ablehnen. Immerhin scheint es mir in diesem Zusammenhang wichtig zu sein, darauf hinzuweisen, wie sehr der unfertige und wirtschaftlich chaotische Zustand der Arbeiterbetriebe diesen in den Augen der Experten geschadet hat. Es wäre heute viel leichter, für die sozialen Prinziipie'n der Arbeiterwirtschaft einzutreten, wenn nicht durch unzulängliche Wirtschaftsführung und Fehler der Organisation diese Betriebe selbst allzu .leichte Angriffspunkte geboten hätten. R. W. Ohne auf den unhaltbaren Inhalt des Artikels von R. W. eingehen zu wollen, will ich nur einigen Unrichtigkeiten entgegentreten. Als Chawer •des Kibbuz Ain Charod erkläre ich, daß die Behauptung Robert Weltsch's, »Meschek Ain Charod habe im Galuth schon neue Chawerim aufgenommen«, nicht richtig ist. In Ausnahmefällen hat man einige 149