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Der junge Jude · 1928-07-01 · Heft 5 (Juli 1928) · p. Seite 140

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 5 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 140 (sequence 6)
Language
German
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gen und darüber hinaus, diesen entstellten Begriffen über Erez Israel und seinen Aufbau gebeugt bat. Erst unlängst hörte die zionistische Welt aus dem Munde Weizmanns klare Worte gegen diejenigen, die die „Bedeutung der nationalen Fonds" herabsetzen wollen und gegen die 'Angriffe auf ehaluzisches Schaffen. An diese Gedächtnisschwäche ihres Präsidenten hat sich die zionistische Bewegung gewöhnt. Hier aber handelt es sich nicht um die Erinnerung an gewisse Eeden, sogar nicht um gewisse Verpflichtungen und ausdrückliche Kongreßbeschlüsse. Sind denn die Ablehnung einer Vormundschaft in der Kolonisation und das Prinzip des nationalen Bodens nicht grundlegender moralischer Besitz der zionistischen Bewegung? Eeicht denn die Befugnis des Präsidenten der zionistischen Organisation bis dahin, daß er sich über diejenigen Grundsätze der Bewegung 'hinwegsetzt, die sie zusammenhalten? Denn einen groben Fehler hat der Präsident in seiner strategischen Eechnung gemacht. Aus dem brennenden Willen, das Aufbauwerk zu erweitern, hat die jüdische Arbeiterschaft im Lande der Erweiterung der Agency zugestimmt. Aber niemals hat sie die Fäulnis, die der Bewegung heute anhaltet, die Unwahrhaftigkeit, die zur Grundlage der zionistischen Diplomatie wurde, und den Verrat an jenen sozialen und ethischen Grundsätzen gebilligt, die durch Mühsal der Erbauer des Landes zum Erbe der ganzen Bewegung wurde. „Palästina zahlt die Eechnung", so bekannte unlängst der Präsident. Ja, das arbeitende, schaffende und den Zionismus lebende Erez Israel zahlt die Eechnung. Aber es wird auch verstehen, sich aufzulehnen. Und die sich gegen die Eroberung der Arbeit im Zionismus, gegen die Freiheit des Siedlers in der Wahl seiner Lebens- und Organisationsform erheben, erheben sich gegen die Ganzheit der zionistischen Bewegung. Und was in Eurem Geiste emporkommen will, wird sich nie erfüllen. CHA1M HOFFMANN: ZUR DISKUSSION ÜBER DIE ALIJAHFRAGE! In der zionistischen Presse wird — soweit sie sich mit palästinensischen Fragen befaßt — die Alijahfrage immer lebhafter erörtert. Ist man einer Behandlung der Alijahfrage bis nun aus dem Wege gegangen, so hat nunmehr die Ueberwindung der Wirtschaftskrise ihre Behandlung gebieterisch gefordert. Aber gerade bei der Behandlung der Alijahfrage zeigte sich, daß mit dem Aufhören der Wirtschaftskrise die Krise im zionistischen Denken noch keineswegs beseitigt ist. Man kann in der Einstellung zur Alijahfrage drei Typen unterscheiden. Der erste, der die Wiederaufnahme der Alijah fordert, der zweite, der gegen eine Alijah im gegenwärtigen Zeitpunkte ist und die Ansicht vertritt, man möchte abwarten und vorläufig 140

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