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Der junge Jude · 1927-11-01 · Heft 1 (November 1927) · p. Seite 36

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 36 (sequence 38)
Language
German
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weise nähern, aber doch so, daß wir es in der nächsten Zeit zu realisieren suchen. — Jehuda Gotthelf (Mitglied der Leitung des Haschomer-Hazair-Weltverbandes) führt etwa folgendes aus: Die Jugendbewegung habe in den letzten Jahren einen starken Differenzierungsprozeß durchgemacht. Die verschiedenen Jugendbünde hätten ihre Eigenart und können nicht auf einen Beschluß hin vereinigt werden. Die Chaluzbewegung hätte die Aufgabe, alle chaluzischen Jugendbünde zu unterstützen und dürfe nicht einen Bund, wie etwa den Hechaluz-Hazair, vorziehen. Die Chaluzbewegung sollte sich auf Alijah- und Hachscharah beschränken und die Jugendarbeit den Bünden überlassen, In den verschiedenen Ländern, in denen die Chawerim der Jugendbünde in den Hechaluz eingetreten sind, wären sie von Wichtigkeit für den Hechaluz geworden, ohne daß Hechaluz und Jugendbewegung „vereinigt" wären.— Der Weg wäre die Zusammenarbeit der Jugendbünde miteinander, im Rahmen des Brith-Hanoar, und der Eintritt der Chaluzim der Bünde in den Hechaluz auf den Grundlagen der Autonomie der Bünde, wie es auf der vorigen Konferenz festgelegt wurde. Der Weg zu einer solchen Lösung mußte auch in Polen gefunden werden. — In der Diskussion unterstützten die Vertreter Polens die Ausführungen Zisslings, andere die Gotthelfs. Der Vertreter des rumänischen Verbandes berichtete u. a. über die bisherige Praxis der materiellen und moralischen Unterstützung aller chaluzischen Jugendbünde in Rumänien. Als Vertreter des deutschen Verbandes sprach ich mich dahin aus, daß das Entscheidende für das Verhältnis des Jugendbundes zum Hechaluz nicht die organisatorische Form, sondern der Geist wäre, der im Bunde lebt. Fühlt sich der Bund als Träger des Hechaluz, so wird er die Funktionen erfüllen, die Zissling von ihm verlangt. Eine Vereingung nach dem Vorschlage Zisslings sei aber für die deutschen Verhältnisse unmöglich. Der ältere Chawer des Bundes darf nicht von vornherein als Chaluz gelten, die Freiheit der Entscheidung muß ihm erhalten bleiben. In diesen strittigen Fragen führte die Diskussion zu keiner einheitlichen Meinung. Die Frage soll in der gesamten Bewegung weiter diskutiert werden. — Aus dem Referat und der nachfolgenden Aussprache über die weitere Arbeit des Welt-Merkas, die sich naturgemäß auf alle Gebiete der Merkas- Arbeit erstreckte, will ich eine Frage besonders herausheben: dieKulturarbeit* Sowohl auf dieser Konferenz, wie auch auf den nachfolgenden Konferenzen des „Haschomer-Hazair" und „Brith-Hanoar" beherrschte alle das Gefühl, daß wir in dieser Zeit der Stagnation des Zionismus und der wachsenden Assimilation, selbst im Osten, uns nur werden halten können,, wenn wir eine großangelegte kulturelle Arbeit innerhalb unserer Reihen treiben werden. Eine solche kulturelle Arbeit wird auch imstande sein, weitere Kreise der Jugend für uns zu gewinnen und ein belebendes Moment in der zionistischen Bewegung der betreffenden Länder zu bilden. Führerseminare, Zeitschriften, Bücher, eine starke palästinensische Delegation müßten Mittel dieser Arbeit werden. — Ohne Mithilfe der zionistischen Oeffentlichkeit, insbesondere in finanzieller Beziehung, kann diese Arbeit nicht erfolgreich geführt werden. Werden die zionistische Oeffentlichkeit und ihre Repräsentanten, die bisher im Osten so gut wie im Westen an einem unerklärlichen Desinteressiment für die Kulturarbeit der jüdischen Jugend festgehalten haben, diesen Standpunkt endlich einmal aufgeben? — Insbesondere der Westen ist gefährdet. Hat doch hier die hebräische Sprache, die im Osten Umgangssprache der Bewegung geworden ist, keinen festen Fuß fassen können. Als eine der wichtigsten Aufgaben des Merkas wurde daher die Festigung des Kontaktes mit den westlichen Ländern durch Besuche und evtl. durch Kooptierung eines Chawers 36

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