Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 1 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Arbeitskraft. Der Großbetrieb, der außer den Lehrfarmen allein übrig bleibt, beschäftigt die Chawerim nur einige Monate während der Sommersaison, und auch auf solchen Betrieben können nicht alle untergebracht werden. Die Institution der Lehrfarm, so wichtig sie auch als Zentrum der Bewegung ist, kommt fachlich doch nur für einen relativ kleinen Teil der Chawerim in Frage, — Die Konferenz hat u. a. auch darüber beraten, wie die Hechaluzbewegung, die bereits heute zehntausende jüdischer Jugendlicher um sich konzentriert, sich bei den Kreisen Beachtung und Einfluß verschaffen kann,, die an einer Produktivierung der jüdischen Jugend interessiert sind (I.C.A., Ort usw.). Außer der Errichtung eigener Lehrfarmen müßte man es ermöglichen, einen Teil der Chawerim nach dem Westen, speziell Frankreich zu überführen. — Aus den Berichten war zu ersehen, daß die kulturelle Arbeit inerhalb des „Hechaluz", speziell was die Hebraisierung der Bewegung betrifft, im Osten weiter fortgeschritten ist als in denWestländern« — Die Zukunft gehört dem Typus der Synthese zwischen fachlicher und kultureller Hachscharah, möglichst innerhalb eines Kibuz-Hachscharah, trotzdem heute manche Teile der Bewegung — aus ihrer Lage heraus — für eine Ausbildung eintreten, die, unter Vernachlässigung des Fachlichen, nur eine Gewöhnung an körperliche Arbeit wünscht, im übrigen sehr stark das kulturelle Moment betont. Ein wichtiger Punkt der Beratungen war die Frage des Verhältnisses der „Hechaluz"-Bewegung zur Jugendbewegung. Die Meinungen in diesem Punkte gingen in vielen Dingen auseinander, während in anderen sich eine einheitliche Meinung im Laufe der Diskussion herausstellte. Allgemein anerkannt wurde die Bedeutung der Jugendbewegung als Nachwuchsbewegung, weiterhin die Tatsache, daß Menschen der Jugendbünde, trotz ihrer zahlenmäßigen Minorität, in vielen Ländern die Träger der Hechaluz-Bewegung wurden. Es wurde auch betont, daß die Hechaluz- Bewegung auf eine Vorbereitung ihrer Menschen innerhalb der Jugendbünde bedacht sein muß und daß sie die Pflicht hat, die chaluzische Jugendbewegung, also hauptsächlich die Bünde des „Brith-Hanoar", materiell und moralisch zu unterstützen. Im übrigen teilten sich die Ansichten, wie dies auch in den beiden Referaten von Zissling und Gotthelf zum Ausdruck kam. — Zisslings Gedangenkang war ungefähr folgender: Zwischen Jugend- und Hechaluzbewegung trete eine immer stärkere Verbundenheit ein. Diese gegenseitige Verbindung sei für jeden der beiden unbedingt notwendig. Der „Hechaluz-Hazair" in Polen, der die Jugendorganisation des polnischen Hechaluz darstellt und über 3000 Chawerim und Chaweroth im Alter bis zu 18 Jahren umfaßt, hat der polnischen Hechaluz-Organisation erst den richtigen Halt gegeben. Auch der nicht „jugendbewegte" Chawer des Hechaluz müßte das Gefühl der Verantwortung für den Nachwuchs haben, das wirke erzieherisch auf ihn. — Es wäre kein Grund vorhanden, warum die verschiedenen Jugendbünde, die auf den Boden des arbeitenden Erez-Israel stehen, weiterhin gesondert existieren und durch diese Sonderexistenz viele Kräfte vergeuden müßten. — Wo die Verbundenheit zwischen Hechaluz und Jugendbewegung nicht existiert, muß entweder die Jugendbewegung zugrunde gehen oder die Entwicklung zur Schaffung einer separaten Chaluz-Organisation der Chaluzim der Jugendbünde führen, wie z. B. in Polen, wo der „Haschomer-Hazair4 sein Hachscharah außerhalb der Hechaluz-Organisation betreibt. — Der Ausweg sei nur die Vereinigung der verschiedenen Jugendbünde zu einer einheitlichen Jugendbewegung und ihre Verschmelzung mit der Chaluzbewegung, die somit in ihren jüngeren Altersstufen aus Menschen bestehen würde, die für die Chaluziuth vorbereitet werden und in ihrer „Aelterenschaft" nur aus Chaluzim bestünde. Diesem Ziel müßten wir uns etappen- 35