Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 1 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 30 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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bewegung einen Teil der Jugend in ihren Fahrten der Natur nähergebracht haben — es fehlt ihm die Fähigkeit zu physischer Arbeit, er besitzt eine Antipathie gegen sie, die seit Generationen in uns ruht. Für diesen jungen Menschen bedeuten die zwei oder drei Jahre Arbeit, die er auf dem Lande verbringt, und die für ihn gewöhnlich, falls er mit 17 Jahren zur Arbeit kommt, die Jahre der menschlichen Charakterbildung sind, einen inneren Gewinn. Darum rufen wir heute auch der heranwachsenden Generation zu: Auch Ihr müßt die Lebensformen Eurer Eltern, den Handel und Wandel, die Wurzellosigkeit intellektueller Berufe, die in unserem Volke verbreitet sind, verlassen und Euch für ein Leben der Arbeit vorbereiten. In dieser Vorbereitung für ein Leben der Arbeit, für ein Leben des Chaluz, sehen wir die einzige konkrete Form, in der der junge Mensch in der Galuth ein nationales, menschliches, aktives Leben führen kann, in einem Alter, in dem er sich zum Eintritt in die Gesellschaft vorbereitet. Wir haben heute keine Alijah. Soll nun der junge Chawer all dem den Rücken kehren, was im Lande zu gestalten seine Bestimmung ist? Hat doch die Arbeiterbewegung vor dem Weltkriege und während des Weltkrieges mit gespannter Erwartung ihre Reserve, die Jugend, die ihr Werk fortsetzen soll, erwartet! Wartet denn jetzt das Land nicht ihrer? Und wird es je aufhören zu warten?! Noch auf Jahre hinaus! 3. Werte und Pflichten „Chaluz" bedeutet: Das Bestreben, den inneren Wunsch in Realität zu verwandeln. Das arbeitende Erez Israel will den Traum seines Lebens als Realität sehen. Man sagte uns: Euer Weg ist begrenzt, er hat keinen weiten Horizont. Wie würde es um alle Ideen stehen, wenn ihre Träger solch strengen Prinzipien sich unterwerfen müßten. Wir antworten: Wir haben es satt, die weite Welt zu umarmen. Die bewußte Beschränkung und Konzentration auf einen Punkt ist der Weg für unsere Gesundung. Es ist das Unglück aller Ideen, die die Welt bewegt haben, daß sie von Anfang an in der Luft schwebten und alle diejenigen, die sie im Munde führten, nicht zu einer Verwirklichung im realen Leben verpflichteten. Die Werte des Chaluz und die Sitten des arbeitenden Erez Israel sollten auch für den Teil des Judentums, der hier in der Galuth bleiben muß, Geltung haben. Bereit zu sein, sich selbst, sein ganzes Sein, dem Aufbau des Volkes und des Landes und Werken, die diesen Aufbau fördern, zu widmen, das ist das Gebot der Stunde. Es zu erfüllen, sei jeder Jude aufgefordert. 30