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Der junge Jude · 1927-11-01 · Heft 1 (November 1927) · p. Seite 29

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 29 (sequence 31)
Language
German
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die Kraft der Idee. Aber der Drang nach höheren und gerechteren Lebensformen, der Sozialismus unserer Lebensart, der Drang nach einem Leben gegenseitiger Hilfe und Verantwortung, das Streben, den Menschen in seiner wahren Gestalt zu sehen, das sind keine Güter, die uns andere gebracht haben, nicht aus Büchern stammen und nicht auf fremden Pfaden fanden wir sie. Sie entspringen den Leiden vieler Generationen unseres Volkes, heißem Bestreben, dessen Bestimmung bis zu Ende zu leben. 2. Alijah und Hachscharah Die Jugend, die ihr Leben mit dem arbeitenden Erez Israel verbunden hat, ist von großer Bestürzung ergriffen. Die Alijah ist gesperrt. Ist das doch für viele geradezu ein persönliches Unglück. Wir müssen für die Zukunft gerüstet sein, unsere Schar zählen und von neuem die Rechnung aufstellen. Man fragt uns: Wenn es keine Alijah gibt — wozu denn Hachscharah? Und weiterhin: Wenn diejenigen, die sich für Erez Israel vorbereiten, nicht .zur Ansiedlung kommen können, wer kann die Verantwortung auf sich nehmen, sie zur Hachscharah aufzufordern? Welchen Zweck soll es denn dann überhaupt haben? Und für diese Fragen sind die Antworten auch gleich zur Hand: Die Hachscharah in ihrer jetzigen Zahl und Form muß aufhören. Viel zu viel Chaluzim stehen in der Hachscharah (sind doch hier ca. 450 Chawerim in Landwirtschaft und Handwerk). Besser ihre Zahl wäre ganz gering und angepaßt den Ansiedlungsmöglichkeiten, und diese geringe Zahl bildete sich zu vortrefflichen Landwirten und Handwerkern aus. — Die Zionistische Organisation in Deutschland hätte die Aufgabe, ihre Chaluzim in einer ihnen gemäßen Form im Lande zu versorgen. Das ist die Stimmung, die jetzt in der Luft liegt. Darüber, daß die allgemeine Sorge für die Chaluzim sich auflöst in einen Zustand, in dem jedes Land für ,,seine" Chaluzim, für „seine Landsmannschaft" sorgt, ist schon viel gesprochen worden, und die Arbeiterschaft hat ihre klare Antwort darauf gegeben. Und auch der Chawer, der Chaluz, der hier in der Hachscharah steht und seinem ganzen Wesen nach sich mit der Histadruth und ihren Lebensformen verbunden fühlt, die trotz ihrer Nuancen der eine Gedanke belebt — auch der wird bestimmt dieselbe klare Antwort erteilen. Auch jetzt verzweifeln wir nicht und sehen keinen anderen Inhalt für den Zionismus als einen, der sich in einer steigenden Alijah und einer .großen Kolonisation, die ihre Formen den Bedürfnissen des Volkes und des Landes anpaßt, ausdrücken läßt. Sehen wir doch in einer Vorbereitung für ein Leben der Arbeit, in diesem Uebergang zu einem Leben physischer Arbeit einen Wert an sich für die jungen jüdischen Menschen. Der junge jüdische Mensch hat nur oberflächliche Beziehungen zur Natur — dies gilt auch für Deutschland, mag auch hier die Jugend- 29

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