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Der junge Jude · 1927-11-01 · Heft 1 (November 1927) · p. Seite 18

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 18 (sequence 20)
Language
German
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Setzungen konkret und dadurch der Gesellschaft gefährlich werden, reagiert sie aktiv, d. h. sie bekämpft dann die Jugendbewegung aufs schärfste. Aus alledem ergbt sich, daß es eine Form von Verfangenheit im bürgerlichen Denken ist, eine List des bürgerlichen Gedankens, wenn eine sozialistische Jugend sich wegen ihrer Tendenz im Gegensatz zu einer nirgends existierenden Autonomie des Zöglings, den Kopf zerbricht. Für eine sozialistische Jugendbewegung muß vielmehr die Frage des Klassenkampfes an erster Stelle stehen. Die Erziehung zum Klassenkampf ist das wichtigste Ziel jeder sozialistischen Jugendbewegung. Weit weniger wichtig ist die Erziehung zur Gemeinschaft. Die sozialistische Jugendbewegung, soweit sie aus dem Bürgertum herkommt, hat in der Regel weder Gemeinschaft mit dem Bürgertum, noch mit dem Proletariat, aber sie kann Solidarität mit letzterem üben. Es wäre sehr wichtig, wenn zu den Erziehungsinhalten der Jugendbewegung die Verrichtung gemeinsamer produktiver Arbeit gehörte. ZW! SCHATZ: -- OHNE SPRACHE Arbeit Noch gestern abend, als sie nach dem Abendessen auf der Matte lagen, war einstimmig beschlossen worden, daß Hadassah heute alle Hausarbeiten liegen lassen und mit aufs Feld zur Arbeit gehen solle* Die Zeit des Pflanzens ist gekommen, und kein Augenblick darf ungenützt bleiben. Trotz der Verwirrung, die in die Wochenordnung geriet: das Waschen, Backen, Nähen der Säcke in der Farm, und trotz der Schwierigkeiten* die ohne Zweifel dieser Aufschub der Hausarbeit verursachte, freute sich Hadassah sehr auf die Gelegenheit, ein wenig ins Freie zu kommen, weg von den Töpfen und Gerichten, nach denen es sie, offen gestanden, nicht sehr zog. Wie sagt ihr die Feldarbeit zusammen mit ihren lieben Bachurim zu! Sie geht wie eine Blüte des Morgens auf, und das frische, herzliche Lachen, der Widerhall ihrer klaren Stimme, der von ihren kurzgeschnittenen Locken atmende Duft der Jugend fluten auch auf sie über. Gut ist's, noch vor Anbruch des Morgens im Wassergeriesel dahinzuschreiten und, die Pflugschar in der Hand, jedesmal die Furche für den schnellen, kühlen und klaren Strahl zu öffnen und zu schließen. Bis zu den Knieen sind die schuhlosen Füße bloß. Manchmal fließt das Wasser über seine Ufer, überschwemmt sie, so daß sie es nicht mehr aufhalten kann; dann ruft sie mit verzweifelter Stimme nach Hilfe, und der herbeieilende Israel rettet sie aus der Not; behende wendet er sich mit seiner großen Pflugschar hin und her, mit leichtem, freiem Schwünge, mühelos schließend und öffnend . .. wahrlich ein geübter Arbeiter ist Israel! Sie liebt es, ihn arbeiten zu sehen. Ihre lachenden Blicke treffen sich in offener, warmer Liebe. „Wenn dir das Wasser nochmals überläuft" . . „Dann?" . . unterbricht sie ihn. „Wirst du sehen, wirst sehen" . . „Ich 18

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