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Der junge Jude · 1927-11-01 · Heft 1 (November 1927) · p. Seite 2

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 1 (November 1927)
Date
1927-11-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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Palästina als eine Wirklichkeit mitbeeinflussend und mit bestimmend gewesen ist. Ganz klar, daß daher für unsere zionistische Entscheidung das Schicksal Palästinas vielleicht von größerer Bedeutung ist, also für diejenigen, die auch schon ohne dies reale Palästina Zionisten geworden sind. Gerade weil für unsere Zionistwerdung Palästina mitbestimmend gewesen ist, ist unser Zionismus untrennbar verknüpft mit dem Streben nach Erneuerung unserer Gesellschaftsform gemäß den Idealen des Sozialismus. In Palästina vollzieht sich diese gesellschaftliche Erneuerung sichtbar vor den Augen der Welt. Gegenüber der Generation vor uns, die die Erkenntnis vom nationalen Charakter des Judentums als ausreichende Motivierung für ihren Zionismus erlebte, sind wir Zionisten geworden, dies in demselben Augenblick, in dem sie die Juden als Volk erkennen die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Erneuerung dieses Volkes, eben gerade aus der Bejahung des Volksgedankens, aufs stärkste empfinden. Die untrennbare Verbindung zwischen nationaler und sozialer Idee führt so zu einer neuen Konzeption des Zionismus. Wir wissen, daß diese Konzeption schon vor uns vorhanden gewesen ist, daß der Träger dieses Zionismus, die palästinensische Arbeiterschaft ist. Neu ist an dieser Lage — und daher dürfen wir von ihr an ein neues zionistisches Geschlecht datieren, — daß diese Auffassung gerade jetzt sowohl in Palästina als auch in der Galuth hinter sich die stärksten organisierten Kräfte des Zionismus hat. Die Idee des Sozialismus war schon frühzeitig im Zionismus vorhanden, aber erst von dem Augenblick an, wo die Einheit des nationalen und sozialen Gedankens größere Massen ergriffen hat, hat eine neue Periode des Zionismus begonnen. Wir erkennen dies auch ganz klar, wenn wir uns in der zionistischen Bewegung der Gegenwart umsehen. Die Generation vor uns steht zurzeit an dem wichtigsten Posten der zionistischen Front. Aber wenn wir genauer hinsehen, so können wir feststellen, daß diese Generation vor uns, soweit sie noch mit ganzer Hingabe und letzter Aktivität arbeitet, aus Einzelnen besteht, die die einzelnen Frontabschnitte halten, ohne daß zwischen ihnen die verbindenden Glieder der Volksbewegung stehen. Der zionistische Sozialismus stellt heute die stärkste organisierte Kraft im Zionismus dar. Daß die palästinensische Arbeiterschaft für die zionistische Bewegung in Palästina in erster Linie und fast allein charakteristisch ist, unterliegt trotz der gegenwärtigen politischen Lage in der zionistischen Weltbewegung keinem Zweifel. Die zionistisch sozialistische Jugendbewegung der Galuth ist, was ihre zahlenmäßige Stärke und die Disziplin ihrer Zusammenfassung in ihren Bünden angeht, eine ebensolche Kraft. 42 000 Menschen, die bereit sind, ihr Leben dem Leben Palästinas aufs engste zu verbinden, die den Zionismus zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht haben, bedeuten auch für die zionistische Bewegung der Galuth eine Kraft, die berufen sein muß, in kurzer Zeit auch für sie charakteristisch zu werden. Wir, die junge zionistische dritte Generation, die eben das Geschlecht des zionistischen Sozialismus ist, haben noch nicht begriffen, daß wir für eine Zeitlang der zionistischen Bewegung ihr Gesicht zu geben haben. Jeder von uns weiß, daß die Schwierigkeit, die diesem uns historisch auferlegten Ziele entgegensteht, nicht die Schwierigkeit des 2

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