Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 1 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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DER JUNGE JUDE NOVEMBER 1927 1. Jahrg. Nr.1 CHESCHWAN 5688 UNSERE LAGE In dem Augenblick, in dem die erste Zeitschrift der zionistischsozialistischen Jugend des Westens erscheint, ist die Lage dieser Jugend schwerer und problematischer als je« Unsere Bewegung, die in einem dauernden Wachstum begriffen war, die zwar nur zu gewissen Zeiten mit elementarer Kraft vorwärtsdrängte, aber doch schon von ihrem Anfang her ein und dasselbe Ziel, manchmal deutlich und manchmal weniger deutlich verfolgte, unsere Bewegung steht auf einmal stilL Sie steht still oder besser, sie hält inne, weil sie im Augenblick ihr bisheriges Ziel nicht erreichen kann, weil für sie die Tore Palästinas so gut wie verschlossen sind. Unser ganzes Sein bedrohend, stellt sich vor uns die Frage ausweichen Weg hat unsere Bewegung zu gehen, wenn ihr zur Zeit der Weg nach Palästina nicht offen steht? Wir wissen es, daß für einen Teil unserer Chaluzim Palästina auch jetzt noch Möglichkeiten der Uebersiedlung und der Arbeit bietet. Wir wissen aber trotzdem, daß für unsere ganze Bewegung jetzt der Augenblick der Entscheidung gekommen ist. Ganz gleich, ob wir sagen, daß die Krise im Lande nur vorübergehender Art ist und keine prinzipielle Bedeutung hat, oder ob wir sagen, daß die Krise ein Ereignis von wesentlicher Bedeutung ist, in jedem Falle beleuchtet sie unsere Situation so klar und überraschend, daß wir auch für die Zeit, wo die Krise überwunden sein wird, unsere Arbeit anders gestalten müssen als bisher. Wir sind die dritte Generation des Zionismus. Wenn die Zeitschrift das wird, was sie werden soll, so soll sie versuchen, dem Willen und dem Gedanken dieser jungen dritten zionistischen Generation zum Ausdruck zu verhelfen, wobei wir immer auf das zurückzukommen haben werden, was vor uns zwei zionistische und unendlich viele jüdische Geschlechter gewesen sind. Was uns berechtigt, mit den Menschen unseres Alters und unserer Gesinnung eine weitere zionistische Generation anheben zu lassen, ist zweierlei; Wir sind die Menschen, die nach dem Kriege Zionisten geworden sind, also diejenigen, für deren Zionistwerden von vornherein 1