Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- Heft 1-2 (31.1.1935)
- Date
- 1935-01-31
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
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Wohin wird Palästinas Industrie exportieren? Von Dr. J. Adler, teLAviv. In Palästinas Exportgliederung spielten bisher Fertigwaren nur eine geringe Rolle, wie nachstehende Uebersicht erkennen läfjf. Waffenausfuhr insgesamt: ' davon Fertigwaren: 1930: ° 1 896 095 £P 36S3Stf £P . 1931: 1 572061 £P 280 438 £P 1932: 2 381 491 £P 312 #2 £P 1933 : 2 591 617 £P 306 092 £P /f. Hlbj. 1934: 2 459 019 £P 143 004 £P Diese eigenartige Enwicklung hat verschiedene, Ursachen. An erster Stelle sei erwähnt, dafj Aegypten und Syrien, bisher die Hauptabnehmer palästinensischer Fertigwaren, untet der Weltwirtschaftskrise zeitweilig besonders zu leiden hatten. So ist Aegyptens Import aus Palästina innerhalb der letzten drei Jahre um drei Fünftel gesunken. Das zweite Moment ist das, was man als die «arabische In-/ dustriekrise" Palästinas bezeichnen kann. Unser wichtigstes Ausfuhr-Fertigfabrikat war bisläng die Seife., Großenteils wurde sie von arabischen Mittel- und Kleinbetrieben in Nablus und Umgebung produziert) auf .der RohsJoffgrundlage der. Olivenkulfur. Dieses einst blühende Gewerbe ist technisch und kaufmännisch auf einer ziemlich prunitiven Stufe verblieben und haf damit an Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmärkte mehr und mehr verloren, ein Niedergang, den folgende Zahlen bekunden: Palästinas Seifen-Export: 1929: 215 203 £P 1932: 108 101 £P T930: 206 259 £P 1933: 79 342 £P 1931: 119 941 £P j. Hlbj..-1934; * 4 098 £P > Die Situation der Nabluser Seifenproduzenten erscheint noch ungünstiger, wenn man bedenkt, dafy seit einigen Jahren ein moderner Großbetrieb — —-.. „Stiemen, Ltd." in, Haifa — —■ dank ' jüdischer Initiative entstanden ist, der heute sowohl auf dem Binnenmärkte dominiert als auch in weitem Mafje den noch bestehenden Export beherrscht. Das Phänomen der arabischen Industriekrise begegnet uns auch in der schwierigen Lage der Spitzenindustrie: von Nazareth, der Perlmuttwarenindustrie von . Bethiehemf_.der Andenkenartikelerzeugung von Jerusalem. Hier ist der Rückgang insbesondere dem Einflüsse von Geschmackswandlungen, sowie der Abnahme und sinkenden Kaufkraft des Pilgerverkehrs zuzuschreiben. », , Man wird fragen, wo hier denn die neuen jüdischen Industrien Palästinas bleiben. Das führt uns zum dritten Moment,, der Diskrepanz zwischen zwar rasch steigender Industriealisierung, - abe^rioch stärker wachsendem Binnehmarktsbedarf. Ein.Beispiel,. ^ie Zementin^üstnen^ die „Nesher; Ltd." in Haifa eine expansive Ausfuhrpolitik be* * treiben. Je mehr jedoch Palästinas Bautätigkeit zunahm, in umso höherem Grade wurde der einheimische Zement vom Inland beansprucht, und'selbst der beschleunigte Ausbau der Produktion konnte nicht verhindern, dalj zusätzliche Zementimporte hotwendig wurden, nachdem Palästina doch eine Zeitlang Selbstversorger in Zement und sogar Exporteur gewesen war.; - Palästinas Zement-Export: - , 1928: 1930: 1932: 1933: ^1. Hlbj.,^934:- 31 775 £P 28 702 £P 22 151 £P 14 063 £P . 750 £P Demgegenüber war die Zement-Einfuhr 1932 bereits auf 25 264 £P gestiegen, hat 1933 sodann 88 328 £P und im 1. Hj. 1934 schließlich 117 682 £P erreicht, ein Beweis für den ungeheuren Aufschwung der palästinensischen Bautätigkeit, die Palästinas rapid wachsenden Zuschufjbedarf an Zement hervorgerufen hat. Augenblicklich ist die Lage so, daß die einheimische Zementproduktron restlos vörrt Infand absorbjert wird und gar nicht an Export denken kann, und dafj in den letzten Monaten ständig wachsende Zufuhren aus England, der Tschechoslowakei, Italien, Polen, Griechenland, Rußland erforderlich waren, um keine Stockungen im Baubetrieb eintreten zu lassen. Ganz ähnliche Verhältnisse begegnen uns auch bei vielen anderen Zweigen der neuen palästinensischen Industrien. Die, Hochkonjunktur dei Binnenmarkfes drängt, das Interesse am Export zurück. Charakteristisch wirkt ein Vergleich von Halbjahr$*Ergebniss>n 1933 mit den Ganzjahrs-Ergebnissen 1934. .Palästinas Ausfuhr von . / ' Strumpfwaren: Klaidung aller Art: L«derhandta*ch«n: Ganzes Jah/ K33: 11 584 £P 2695° £P 7249 £P T. Halbjahr 1934: 3 166. £P 10 170 £P 3 353 £P Von 1931 bis zur Gegenwart i&f Palästinas kaufkräftigste Bevölkerungsgruppe, der jüdische Jischuw", von 175:006 auf rund 310 000 Seelen gestiegen, hat zugleich ihren „Standard of life" fortschreitend erhöht: und~hat^dabeHieTf^7öle~7^^ (Bevorzugung der Inlandserzeugnisse) immer mehr Beachtung gewährt. Das genügte, um den jungen Industriebetrieben die Sorge um Auslandsabsatz im allgemeinen zu ersparen. Vom Ausbau der palästinensischen .Industrie-Kapazität gewähren folgende Angaben ein Bild: Im Jahre 1928 führte die Regierung einen allgemeinen Industrie- und Gewerbe^Zensus (für jüdische wie nichtjüdische Betriebe) durch und ermittelte hierbei eine Gesärnt:Jahresproduk#ion von 3 886 149 £P.' Als Mitte ,1933 die „Jewish Agency" eine Zählung der jüdischen Indusfrier. und Gewerbe-Betriebe vornahm^ die infolge ihres freiwilligerv Charakters stark lückenhaft blieb, ergab sich ein Jahresproduktionswert allein Vder gezählten Betriebe von nicht wehiger als 3 590 000 £P. Seit dieser letzten Teilzählung ist die Industrialisierung Palästinas abermals ganz .erheblich fortgeschritten. Dem jetzigen, Stande der gewerblichen, Kapazität dürfte folgende. Schätzung nahekommen: Industrielle Jahresproduktion Palästinas: Insgesamt: 7,25 Millionen £P ' davon _____. *___'_„._------------ ~ T " ' Jüdischer Sektor: 6 „ £P **. . nichtjüdischer Sektor: 1,25 : £P v , .■■ Die letztjährige Fertigwarenausfuhr hat also nur kaum mehr als'4 Prozent dessen erreicht, was Palästinas Industrien und Gewerbe gegenwärtig insgesamt hervorzubringen vermögen. Wird , es nun immer so bleiben, dafj die Kaufkraft und Aufnahmefähigkeif; des Binnenmarktes selbst der regsten Expansion der Industrien stets aufs Neue vorauseilt? So wenig man die künftige Immigration und Wohlstandsentwicklung pessimistisch zu beurteilen braucht, so wenig kann man sich andererseits dem Eindrücke entziehen, dafj verschiedene neue Gründungen und Plar nungen in Palästinas Industrie einem Produkfionsumfange zur streben, der die seit mehreren Jahren ruhende Frage der Exportpolitik wieder' zur Aktualität erwecken mufj. Palästina befindet AU Schlüsselfertig in Palästina errichtet / Reichsmarkzahlung für ca. 60% der Baukosten in Deutschland (ohne Anrechnung auf Vorzeigegeld) / Hypothekenbeschaffung für Restbaukosten in Palästina Auskunft, und Prospekt B 1 über Böhler - Massivhäuser in Deutschland durch Export Bau- und Handels-Gesellschaft, Berlin W50 Tauentzienstraße 12a / Fernruf: B4 Bavaria 3611 in Palästina durch. PalestineBuilding Syndira^T td^Tpl Aviv, 112, AUenbyRoad