Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 187)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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handelt sich darum, dass der Unterricht im Hebräischen ein Bestandteil unserer Jugenderziehung werde. Es giebt ja schon heute viele Eltern, die ihren Kindern gerne hebräischen Unterricht ertheilen möchten, aber es fehlen ihnen die Mittel* Es giebt keine Lehrer, keine geeigneten Lehrbücher, keine feststehende Methode. Nur die wenigsten sind in der Lage, diese Hindernisse zu beseitigen.# Hier muss aber unsere Thätigkeit eingreifen. Wir müssen eine Centralleitung schaffen, welche die Aufgabe hätte, überall wo es thunlich und erwünscht ist, unentgeltliche Unterrichtscurse im Hebräischen zu errichten und für die Beschaffung von Lehr- und Lesebüchern zu sorgen. Ich denke mir das in der Form eines zu gründenden allgemeinen hebräischen Schulvereines, nach Art der deutschen und slavischen Schulvereine. Ich halte das Zustandekommen eines solchen Schulvereines für sehr leicht durchführbar. Gesetzt, es gibt in der ganzen Welt 50.000 Juden, welche ebenso wie wir hier Interesse daran haben, dass die hebräische Sprache in unserem Volke wieder lebendig werde; jeder zahlt den minimalen Jahresbeitrag von etwa 1 Fr. Meine Herren! Mit einem Jahreseinkommen von 50.000 Frs*, kann der hebräische Schulverein eine stattliche Zahl von Unterrichtscursen erhalten, Lehrbücher herausgeben, und durch geeignete Preisausschreibungen die pädagogische Production fördern. Diesem Vereine würden aber auch andere grosse und ernste Aufgaben, die mit der natiooalen Erziehung zusammenhängen, ziifallen* Es sind mir zu diesem Punkte von verschiedenen Seiten sehr wertvolle Anregungen und Vorschläge zugekommen, die ich jedoch zu meinem Bedauern nicht vorbringen kann. Wir müssen uns wegen der vorgerückten Stunde damit begnügen, dieses gesammte Material dem Exscutivcomite zur Berücksichtigung zu übergeben. Ein Antrag, auf den ichm hier jedoch eingehen muss, rührt von Herrn Prof. Scüapira her; Prof. Schapira beantragt die' Gründung einer hebräischen Universität in Jerusalem oder Jaffa. (Lebhafter Beifall.) Meine Herren! Es thut mir leid, dass ich mich Ihrem Beifalle nicht anschliessen kann. Gewiss wünsche ich von ganzem Herzen, ebenso wie, Sie, den Moment zu erleben, wo wir eine eigene Pflegestätte der Wissenschaft auf unserem eigenen Heimatsboden haben werden; getviss bin auch ich davon überzeugt wie nothwendig es ist, für unsere studierende Jugend aus allen Ländern eine wissenschaftliche Zufluchtsstätte zu schaffen, wo sie, frei von allen Zurücksetzungen und von den Verhetzungen ihrer arischen Collegen, in menschenwürdiger Weise ihre Studien betreiben könnten; und schliesslich weiss auch ich es zu würdigen, welche grossartige Blüthe unseres gesammten Geisteslebens die Gründung einer hebräischen Universität zur Folge haben würde. Allein, meine Herren, wo haben wir denn heute schon das Menschenmateriale da£u? Wir müssen uns doch Studierende denken, * welche mit der Mittelschulbildung zugleich auch die entsprechende