Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 183)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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— 181 — viel landwirtschaftliche Producte hervor; wer für den Verkauf von dessen Produeten thätig ist, sorgt ebenfalls für die Colonisation. Frachtbar wird die Colonisation erst dann, wenn sie sich rentiert. Es muss gewiss nicht unsere Aufgabe sein, auf dem Wege der Mildthätigkeit Handel und Industrie im heiligen Lande zu fördern, sondern man muss feststellen, wrelche Erwerbszweige die nützlichsten sind, und sorgen, dass man nicht die Privat-Initiative lähmt und Alles unter eine Centrale bringt. Wir sind darauf angewiesen, die Palästina-Initiative des Einzelnen wachzurufen und wir können dies auch, wenn wir nicht schablonenmässig vorgehen, sondern die nothige Concurrenz anregen durch Publication in den Zeitungen und indem wir unsere Hilfe jedem Privatmann zur Verfügung stellen. Seit langer Zeit wird die Gründung einer Bank in Aussicht genommen, welche auch wahrscheinlich bis zum nächsten Congress bstehen wird. Es ist richtig, dass der Jude in Palästina nicht nach jeder Richtung hin •europäischem Geiste entspricht. Es ist richtig und erklärt sich aus der Vergangenheit, welche die dortigen Juden gehabt haben. Sie sind mit dem europäischen Culturwesen nicht bekannt. Darum ist es von entschiedener Bedeutung, dass europäische Juden in grösserer Anzahl hinübergehen. Die Thatkraft d£r westeuropäischen Juden ist für die dortigen sehr nothwendig und wenn nach dieser Richtung hin die Commission vorgeht, kann sie schon jetzt ausserordentlich viel leisten und ich hoffe,. dass die Thätigkeit nfcht Aller sich darauf beschränken möge, die Erlaubniss, zur Fortführung der Colonisation zu bekommen, sondern sie auch mit Nutzen zu erledigen. Kaminka: Ich habe die Thätigkeit der Vereine Westeuropas übergangen, da ich Sie nicht aufhalten wollte. Es kommt ja nicht darauf an, was quantitativ geleistet worden ist. Wenn der Congress jetzt ein Comite einsetzt, so wird es jedenfalls im Sinne des Herrn Bambus, im Einverständnis sowohl mit dem Odessaerals dem Pariser Comite handeln, um alle Schwierigkeiten zu beseitigen, unabhängig von den weiteren Zielen, die der Congress gestellt hat. Präsident: Verehrte Versammlung! Es sind 1000 Präsenzlisten gedruckt worden, also sind deren mehr als reichlich vorhanden. (Die Listen werden vertheilt. Pause.) Steiner: Ich möchte die Versammlung ersuchen, die Präsenzlisten wieder zurückzugeben; sie sind total unrichtig. (Die Listen werden wieder eingesammelt). Dr. Löwe: Ich bedaure, auf die Tribüne hinaufsteigen zu müssen, weil ich nur wenige Worte sprechen will. Ich will nicht über die Kolonisation sprechen, da ich noch nicht solange in Palästina, bin, wie die Herren, welche heute schon so ausführlich darüber gesprochen haben. Darum kann ich mir nicht erlautfen, mit diesem Zahlenmaterial Ihnen vor die Augen zu treten, wie melüe Vorredner. Herr Markus war so liebenswürdig, mich daran zu erin^rn, dass es -3 Jahre ist, dass der jetzige Sultan den Thron bestieg. Ich kann nicht umhin auszusprechen, dass wir Juden Palästinas diesem gütigen Herrscher zu Dank verpflichtet sind. Ich glaube, dass ein Vertreter Palästinas die Pflicht hat, obwrohl wir uns durchaus frei halten von Vergötterung, jener alten Kampfer zu gedenken, welche für Palästina kämpften, und wir müssen sagen, dass wir nicht in Palästina wären, wenn nicht jene für uns gewirkt hätten. Ich muss daran erinnern, weil vergessen wurde, dass zwei rumänische Zionisten hier an- ♦