Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 182)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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> ■ . - 180 — '; : ' $ . ■ ' ■ ' ' ' ' ■■ %. - > y Ein Führer der Orthodoxen in Jerusalem, erster Vorsteher eines grossen Kolels, äusserte sich unlängst: Mit Zustimmung der Mächte und der Selbsthilfe der Juden kommt die Geulah und wir bahnen Moschiach so den Weg. Die Mission in Palästina, welche Seelenfängerei getrieben hat, ist mit dem 'Beginn der neuen Colonisationsaera fast vollständig lahm gelegt worden. (Lebhafter Beifall.) Vice-Präsident (Dr. Lippe) verkündet, dass an Stelle des zurückgetretenen Dr. Birnbaum nunmehr Dr. Mintz in das Aetionscomite in Wien gewählt erscheine. Dr. Mintz: Ich erkläre das verliehene Mandat anzunehmen und ich danke vom Herzen, dass Sie mich mit Ihrem Vertrauen beehrt haben. Antrag Kaminka wird ohne weitere Discussion angenommen. Bambus: Verehrte Versammlung! Es ist keine angenehme Aufgabe zu widersprechen, doch bin ich dazu verpflichtet, denn ich glaube, dass das, was mein Vorredner, Rosenberg, vorgeschlagen hat, nicht den Thatsachen entspricht und nicht ganz ausschlaggebend sein kann, für die Thätigkeit in Zukunft. Es ist behauptet worden, dass das Centralcomite in Paris schlechte Functionäre habe und dass es oiigarchisch zusammengesetzt sei. Es ist zusammengesetzt aus Delegierten der bestehenden westeuropäischen Palästina-Vereine, d. h. Vertrauensmännern. Wenn z. B. der deutsche Verein mit 2500 Mitgliedern seine Delegierten in das Centralcomite zu Paris wählt, so kann ich nicht ersehen, was da oiigarchisch erscheinen soll. Wenn die Herren in Paris das Vertrauen dieser Tausende gemessen, so glaube ich, kann man die Art und Weise schwerlich oiigarchisch nennen. Wenn sie nicht den Anforderungen genügen, die Jeder an sie stellt, so erinnere ich Sie an die heute erwähnten Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten sind unleugbar Niemand bestreitet sie, aber man darf 4ann auch nicht so ohneweiters darüber aburtheilen, dass Diejenigen mehr hätten leisten sollen, welche jetzt gearbeitet haben. Sie hätten überhaupt mehr geleistet, wenn diese Schwierigkeiten nicht schon seit Jahren obwalteten. Unsere ganze Colonisation, und das möchte ich frei und deutlich erklären, ist bis heute ein Experiment und muss noch lange ein solches bleiben. Man kann nicht in 20 Jahren ein solches Land, das nicht ackerbaüerisch durchforscht ist, colonisieren. Eine Colonisation im grossen Stile, ist selbst, wenn keine gesetzlichen Schwierigkeiten bestehen, nicht gut durchzusetzen. Es wird noch manches Jahr dauern. Ein landwirtschaftliches Experiment dauert jahrelang. Wir haben derartige Experimente gemacht und sollten sie weiter machen. Ich glaube, dass die erste Bedingung darin liegt, dass wir das Experiment fortsetzen. Es ist eine Vorarbeit, die absolut nothwendig ist. Niemand hat verlangt, dass wir uns dem Centralcomite in Paris unterwerfen sollen, wohl aber verlangen wir, dass mit Uebereinstimmung der bestehenden Vereine das Ganze bewerkstelligt wird. Wir wollen keineswegs uns gegenseitig angreifen, im Gegentheil, wir wollen uns ergänzen. Gemeinsame Arbeit wird uns mehr nützen, als einseitige Arbeit. Ich möchte noch auf einen wichtigen Punkt hinweisen, das ist die wichtige Frage von Handel und Industrie, es müssen auch diese dabei sein. Wir können gegenwärtig Handel- und Industrie fördern, während wir den Ackerbau sistieren müssen. Der Vertriebder Handelsproducte Palästinas in Europa ist auch eine Cardinalfrage für die weitere Colonisation. Palästina bringt sehr