Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 181)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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zehnte ist dort infolge der neueren Colonisationsbewegung die jüdische Arbeiter- und Handwerkerzahl bedeutend angewachsen, so dass jetzt daselbst das Arbeitsangebot die Nachfrage weit übersteigt. Von ca. 2000 hier in Betracht kommenden Familien ünden kaum 400 spärliche Beschäftigung. Das daraus sich ergebende Elend kann man sich lebhaft vorstellen. Eine Abhilfe ist selbstverständlich nur durch Schaffang von Arbeitsgelegenheit möglich, wodurch auch der Chalukareform bedeutender Vorschub geleistet wäre. Also in erster Eeihe Vervielfältigung der bereits bestehenden Industriebranehen. Viele Rohproducte oder nur Halbfabrieate werden nach Europa exportiert, anstatt im Lande zu marktfähigen Artikeln verarbeitet zu werden. Arbeit ist in Palästina billig und das Land bietet für nutzbringende Capitalsanlagen ein weites Feld. Die Entwickelung von Industrie und Handel in Palästina ist ausserordentlich vielversprechend. Folgende von den Herren Gross und Bambus gestellte Anträge seien hier in Form von Anregungen vorgebracht : 1. Einsetzung einer Gommission zur Prüfung des bestehenden Cbaluka^ystems und der palästinensischen Arbeiterverhältnisse durch Sachverständige aus verschiedenen Ländern und auf Grund ihrer Berichterstattung womöglich Vereinbarung mit den Palästina-Vereinen und der I. C. A., betreffs Verwirklichung der vorzunehmenden Reform* 2. Als vorbereitender Schritt zur Erzielung des für die Colonisation Palästinas absolut unentbehi liehen gesicherten Rechtszustandes, sei eine Rechtsschutzbehörde (aus europäischen Zionisten, die das tütkisohe Recht kennen) zu schaffen. Zum Punkte des palästinensischen Exports und Imports sei folgendes angeregt: 1. Gründung von Handelsgesellschaften, überall, wo zweckdienlich. 2. Einrichtung eines Lagerhauses oder ständigen Bazars in Jaffa, in welchem die Erzeugnisse jüdischen Fleisses und jüdischer Geschicklichkeit zum in- und ausländischen Vertriebe bereit gehalten werden. 3. Gründung einer Agrar- und Handelsbank. Der Arbeiternoth wäre abzuhelfen : 1* Durch Förderung: der Hausindustrie. 2* Durch Deeentrali-ation, d* h. Ueberführung der in gewissen Städten, namentlich in Jerusalem, überflüssigen Handwerker und Arbeiter nach den nur spärlich oder gar nicht mit einem Handwerkerstände versorgten Städten und Ortschaften des Inlandes Sonstige Mittheilungen über die commerciellen und industriellen Verhältnisse Palästinas, einschlägige statistische Daten und Anregungen zur Aufbesserung des jüdischen Arbeiterzustandes wird Herr Gro>s einer hiefür einzusetzenden Commission unterbreiten. Das Gros der palästinensisch-jüdischen Bevölkerung ist dem Nationaljudenthum mit ganzer Seele ergeben* 12* \