Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 180)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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. # IT * - . ' t 1 Auch in den Ansiedelungen, deren Gründung die L C. A* jüngst in Aussicht gestellt hat, dürfte wohl dieser unjüdische Geist nach wie vor vorwalten. Auch das gegenwärtig bestehende Abhängigkeitsverhältniss der meisten (Monisten kann nicht dazu beitragen einen gesunden, kräftigen, freien und unabhängigen jüdischen Bauernstand auszubilden. Das Unvermögen des „ZionCentral-Comites", die Führerrolle in der Bewegung zu spielen, bat folgende Gründe : L Da die Mitglieder des Comites in Paris, London und Berlin wohnen, und der russische Vertreter vor jedem wichtigen Beschlüsse sich erst von Odessa Rath einholen muss, ist das Operieren des Comites das denkbar schwerfälligste. Jedes Mitglied hat übrigens auch seinen Privatberuf, der die beste Zeit und die besten Kräfte absorbiert und nur in den Mussestunden kann es sich mit den Comitearbeiten beschäftigen. 5* Trotzdem der Wahlmodus vorschreibt, dass zwei nicht in Paris ansässige Mitglieder im Comite Sitz und Stimme haben müssen, so ist doch die Zusammensetzung des Comites als eine durchaus willküi liehe, undemokratische zu bezeichnen, und zwar deshalb, weil der überwiegende Einfluss der Pariser Vertreter kein offenes, freies, allen Zionisten klares Handeln zulässt. Drei bis vier Herren in Paris, und die gleiche Anzahl in Jaffa und in der Mehrheit der Fälle nur die letzteren entscheiden schliesslich über die specielle Verwendung der Gelder und den Massen, die das Geld hergeben, wird gar kein oder ein höchst unvollständiger, generalisierender Rechenschaftsbericht abgegeben. Auch über den Charakter der Unternehmungen haben diese wenig mitzusprechen. Aus dem Gesch Merten ergeben sich mit unerbittlicher Logik die folgenden von einer echten und rechten zionistischen Organisation zu beherzigenden Wahrheiten: 1. Ihr Central-Comite muss aus Männern zusammengesetzt sein, die der Centralleitung ihre ganze Zeit und Kraft widmen. Keine Sportzionisten! — Die zionistische Organisation hat, wenn nothig, diesen Männern einen Ehrensold auszusetzen. 2* Die Centralleitung kann keine oligarchische, sondern muss eine demokratisch constituierte, dem Congress in allem Wesentlichen verantwortliche sein. % Die Schilderang des Chalukawesens und das jüdische Schulwesen überlasse ich meinem Freunde Dr. Heinrich Loewe, der sich in letzter Zeit diesbezüglich in Palästina genau umgesehen hat. Nur so viel will ich bemerken, dass die Chaluka auf keinen Fall abgeschafft werden darf, so lange nichts besseres an ihre Stelle gesetzt ist. Aber eine Chalukareform ist dringend erforderlich. In diesem Zusammenhange will ich noch im Fluge über die jüdischen Arbeitsverhältnisse zu Jerusalem einige Daten anführen, die ich hauptsächlich meinem Freunde Wilhelm Gross, Commissionär in Jaffa und Jerusalem, verdanke/Während der letzten zwei Jahry