Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 178)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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£»-! . ' ~ ' — 176 — ( Jt bringen subtropische Arten hervor. Resummieren wir jetzt die Culturfähigkeit des altisraelitischen Bodens : 1. für Ackerbau, also Weizen, Gerste, Sesam, Durrha, Kichererbse, Bohne, Wolfsbohne oder Lupine, Wicke etc. der Hauran in Transjordanien, die ehemalige Kornkammer Kleinasiens, Ober-Galilea, Jezreel- und Scharon-Ebenen und das südliche Judäa (zwischen Gaza und Hebron)* 2. für Weinbau, Nieder-Galilea, Judäa und der Libanon. 3. für Olivenzucht, das palästinensische Gesammtgebiet. 4. für Agrumen (Orangen, Citronen etc.), die Umgebungeil von Jaffa und Saida (das alte Sidon), Beyrouth und Damascus, 5. für Maulbeerzucht zur Seidefabrication, der Libanon und Ober-Galilea, woselbst in der Oolonie Risch Pinah eine Seidenfabrik arbeitet 6. für Parfumblumenzucht die Ufer der Tiberias- und Meronseen, an welch letzterem die Colonie Yesod Hamaalah gelegen, in welcher diesbezügliche Experimente in grossem Masstabe gemacht werden; auch in Rischon le Zion werden ähnliche Versuche angestellt. Kurz, Palästina ist noch heute „ein Land von Weizen und Gerste, ein Land von Weinstock, Feigen und Granaten, ein Land von Olivenöl und Dattelhonig'4, „es ist ein Land von Bergen und Thälern, wo Quellen und unterirdische Wasser im Thal und auf dem Berge hervorrieseln". ü Heilbäder und Thermen sind reichlich vorhanden in der Umgebung des Todten Meeres, bei Tiberias und im Gilead. Die ehemische Industrie ist ausserordentlich entwickelungs^ fähig und der Mineralreichthum ein bedeutender. Coloquinthen wachsen in Judäa in Hülle und Fülle. Sie werden zur Herstellung von Farbstoffen verwendet. Die Ufer des Todten Meeres bieten eine unerschöpfliche Fundgrube zur Gewinnung von Asphalt, Jod, Brom, Schwefel und Steinsalz. 4 1 \ Wir wollen jetzt eine merkwürdige von Palästinaforschern erwähnte Thatsache bestätigen, in Bezug auf die Ausdehnbarkeit der Bodencultur in Transjordanien. Man hat neuerdings Spuren einer alten Cultur bis weit in die syrische Wüste hinein verfolgt, so auch bei dem vermeintlichen biblischen Bejer oder Bosah in der Wüste, — man fand dort großangelegte Aquaducte und Wasserbassins aus der Römerzeit. Wenn die grossen Wassermengen,, von denen in der Regenzeit die zahlreichen Flüsschen und kleinen Seen von Transjordanien anschwellen, in Bassins reserviert würden, so könnte durch „künstliche Irrigation die Cultur immer weiter in die Wüste vorgeschoben werden". Wüste und Einöde würde zu einem „wonnigen Platze, die Steppe jauchzte auf und blühte wie eine Rose". — Das alte agadische Wort von der wunderbaren Elasticität unseres heiligen Bodens würde sich buchstäblich bestätigen. /