Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 177)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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/ — 175 - welche Industrieen mit Erfolg nach Palästina yerpflanzt werden konnten. Die zweckmässige Erweiterung der Colonisation bedarf jedenfalls eines zielbewussten Vorgehens, yor Allem aber gewisser juristischer Reformen oder solcher besonderer Privilegien, wie sie der Congress Tom Wohlwollen S. M. des Sultans erwartet. Denn in der Weise wie bis jetzt kann unmöglich weiter colonisiert werden. Die Massen- Einwanderung von Juden ist bekanntlich verboten worden; das Verbot wurde aber von den unteren Beamten derart verschärft, dass keinem Juden das Landen in Jaffa gestattet wird (mit Ausnahme französischer, englischer und amerikanischer Juden). Die Araber verhöhnen und belästigen die Ankommenden, die sich indirekt die Erlaubnis zu landen erwirkt haben. Auf den Namen eines Juden wird kein Landbesitz im Grundbuch eingetragen. Die Art des Landerwerbes ist überhaupt eine furchtbar mühselige. Es wird mir ein merkwürdiges Beispiel berichtet. Die Colonie Chedera war ursprünglich Eigenthum von 18 Personen, deren Antheile jedoch nicht abgegrenzt waren; als die Colonie 1891 von einer Gesellschaft von 70 Personen erworben« wurde, musste jedem einzelnen der Käufer von jedem der früheren Besitzer ein Kaufschein ausgestellt werden; also nicht weniger als 1261 gerichtlich ausgefertigte Urkunden waren nöthig! Und wenn man schon das Glück hat, in der Weise wenigstens den Boden rechtsgiltig einzutragen, beginnt die grosse Misere der Bauschwierigkeit, da kein einziges Haus ohne direkte Ermächtigung von Konstantinopel gebaut werden darf. Ferner kann man in einer Colonie erst dann bauen, wenn die Boden-Antheile abgegrenzt sind; die Abgrenzung muss durch die Regierung geschehen und ist wiederum sehr kostspielig. Nur durch eine grosse, vom Congress ausgehende Action, die auf Erlangung eines öffentlich-rechtlichen Verhältnisses hinzielen wird, können diese Hindernisse einer umfassenden Colonisation aus dem Wege geschafft werden. Und wenn wir ernstlich wollen, wird jene Action sicherlich gelingen. (Lebhafter Beifall.) Präsident: Herr Adam Rosenberg hat das Wort zu einem Referate über die Zustände in Palästina. Adam Rosenberg: Ich werde Sie nicht lange aufhalten, sondern direct auf mein Ziel lossteuern. Die landwirtschaftlichen Natur*Producte Palästinas lassen sich, wie folgt, kurz zusammenfassen* Palästina erzeugt Früchte der mitteleuropäischen, subtropischen und tropischen Klimate* Die erstgenannten Arten finden sich in den höher gelegenen Landestheilen (Libanon, Ober-Galilea nnd dem jüdischen Hochlande). Im Ghor oder Jordansthale, und in der Bicka, dem alten Coelosyrien, gedeihen die tropischen Arten. Alle anderen Gebiete