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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 169

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 169 (sequence 171)
Language
German, English, Hebrew
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%. 169 — Erlangung wir ja alle erhoffen. Dieser letzteren Anschauung gegenüber macht Referent geltend, dass die Colonisierungsthätigkeit in einer Weise durchgeführt wurde, die jeden ehrlichen Zionisten nur mit Kummer erfüllen kann. Es ist ein offenes Greheiinnis — >velches die moderne zionistische Bewegung, deren Devise Offenheit und Wahrheit ist, keinen Grund hat zu verbergen — dass die Bestechung in dem bisherigen Colonisationswerke eine grosse Rolle gespielt hat. Wer aber andere besticht, corrumpiert nicht hur den Bestochenen, sondern demoralisiert sich selbst. Das Werk nationaler Renaissance, das wir beginnen, darf aber nie und nimmer mit derlei Mitteln gefördert werden. Darum möge von diesem Congress der Ruf ausgehen : „Fort mit der Bakschisch-Wirtschaft, die nur dazu dient, die Habsucht Einzelner, ihrem Volke lieb el wollender, zu befriedigen und unseren Stammesgenossen schweren, moralischen Schaden zuzufügen geeignet ist!44 (Beifall). Unsere Colonien in Palästina sind aber für unsere Bewegung von ungeheuerer Bedeutung, nicht nur ^deshalb, weil sie ein für allemal den Beweis geliefert haben, dass die Juden sich für Landwirtschaft eignen, sondern weil sie gewissermassen als landwirtschaftliche Versuchsstationen der künftigen Entwicklung der Agronomie und Industrie üi Palästina den Weg zeigen. Es muss daher auf eine Erstarkung der noch nicht feststehenden Colonien das grösste Gewicht gelegt werden. Hingegen sind neue Colonien — in Anbetracht der angeführten Momente — nur aus dem gegenwärtig in Palästina vorhandenen Menschenmateriale zu gründen, wrobei selbstredend.von keinerlei illegalen, unrechtlichen Mitteln Gebrauch zu machen ist. Eine zweite vom Referenten besprochene Frage betrifft die Selbständigkeit der palästinensischen Colonisten. Es ist eine bekannte Thatsache, dass in einigen durch private Wohlthätigkeit gegründeten Colonien der gute Wille des edlen, von den besten Intentionen beseelten Wohlthäters nicht genügt hat, die Colonisten zu zufriedenen, freien Menschen zu machen, dass vielmehr durch ein unseliges Unterstützungssystem und durch die nicht immer selbstlose Wirtschaft der Administratoren ewig zinspflichtige Sclaven herangezüchtet werden, die sich ihrer unwürdigen, abhängigen Lage wohl bewusst sind und viel darunter leiden. Dieser Fehler muss in den etwa neu zu gründenden Colonien vermieden werden, die Colonisten sollen nicht Ohalukajuden zweiter Auflage, sondern freie Bauern, selbständige Männer werden. (Beifall). Redner stellt am Schlüsse seines Referates folgende zwei Thesen auf: 1. Yon einer weiteren Einwanderung von Juden in Palästina ist so lange abzusehen, als die „öffentlich-rechtliche Sicherheit44 für die dortigen Ansiedlungen nicht gegeben ist. 2. Die aus dem in Palästina gegenwärtig vorhandenen Menschenmateriale zu gründenden Colonien sollen nur auf Grundlage freier genossenschaftlicher Organisation errichtet werden. i»

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