Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 151)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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zu Lasten der Hypothekarschuldner eingetragen. Wer sein ländliches Anwesen absichtlich vernachlässigt, durch Misswirtschaft im Werte herunterbringt, wer länger als drei Jahre mit den Zinsen im Rückstand "bleibt, dem wird von der Verwaltung sein Anwesen durch Rückzahlung des eingezahlten Betrages abgenommen und in wirtschaftlich bessere Hände gegeben. Nimmt man nun die Gesammtzahl der Juden der ganzen Welt zif 10 Millionen an und rechnet man etwa davon ein Fünftel als Hausväter, so ergibt dieses eine Zahl von 2 Millionen; durch eine nachhaltige, nicht erlahmende Agitation wird sich in absehbarer Zeit, sagen wir in 10 bis 15 Jahren von diesen 2 Millionen Hausväfern ein Zehntel, also 200.000 selbständige Männer zum Eintritt in solche Genossenschaften mit beschränkter Haftung gewinnen lassen — das gibt eine Zahl von 200.000 X 5000 Francs 1 Milliarde Haftpflicht. Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist die Pfändung von Schulspar-(Pfennig-Spar-)Cassen an allen jüdischen Schulen der Welt. Diese Sparzeit erstreckt sich nicht nur über die Gesammtschulzeit, sondern auch über die Lehrzeit bis hinaus über das Jünglings- und Jungfrauenalter. Werden diese kleinen Ersparnisse in die Genossenschaftsbanken verzinsbar angelegt, so sammeln sich im Laufe der Zeit einige Millionen Francs an. Abgesehen von dem Geldpunkt, ist aber für jeden Zionisten das Moment wichtig, dass 4as jüdische Kind, Jüngling und Jungfrau frühzeitig für unsere nationale Sache sparen und wirken lernt, um dann im reiferen Alter weiter für dieselbe zu schaffen und zu wirken. Wir schaffen uns dadurch eine grosse R eserve-A r m e e, während wir heutige Zionisten mit allerhand übelwollendem Gesindel uns herumplänkeln müssen. Nicht minder wichtig ist die Thätigkeit der freien Zionistenvereine. Dieselben dürfen nicht ruhen, von Stadt zu Stadt haben sie ihre Wirksamkeit zu verlegen. Die Vereinsbeiträge kommen nach Abzug des Agitationsfonds unter einer besonderen Rubrik in die Gasse der Genossenschaftsbanken. Alljährlich zfaei- bis dreimal am Feste der Gesetzesfreude, Chanuka oder Purim oder doch mindestens einmal im Jahre, möge in grösseren Gemeinden von ihnen eine Festlichkeit veranstaltet werden. Geschieht dieses in richtiger Weise, so wachsen sich diese Vereinsfestlichkeiten sehr leicht zu wirklichen jüdischen Volksfestlichkeiten aus, welche der Vereinscasse nicht nur sehr beträchtliche Uebersehüsse einbringen, sondern auch den Vereinen erfahrungsmässig stets eine Anzahl neuer Mitglieder zuführen. Durch die vielfachen Beziehungen in dem Volke und mit dem Volke werden unsere Bestrebungen stets volksthümlicher. Die Vereine, bezüglich die Genossenschaften erhalten Spenden, Schenkungen, Vermächtnisse, Hinterlassenschaften etc., welche denjenigen Ansiedlern zugute kommen; ^welche wenig oder nichts einzahlen können. Dieser Betrag könnte atifeh zu den verschiedensten Cultusaufgaben, z. B. Schulen, Krankenhäusern, Altersversorgungs-Anstalten etc. verwendet werden. Mit den Jahreii werden diese Beträge sich vergrössern und nicht m tinterschätzen sein. Da die Gelegenheit, sich in Palästina als freier Mann in würdiger Weise anzusiedeln, von den ärmeren Juden mit Freuden begrüsst werden und in grosser Zahl auch benützt wrerden wird, so wird dieses den Armentmterstützungs-Etat einer jeden Gemeinde in hohem Grade entlasten. Es ist daher nur billig, wenn an die einzelnen Gemeinden zur Leistung gewisser Beiträge von Seite unserer Verwaltung herangegangen würde.