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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 146

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 146 (sequence 148)
Language
German, English, Hebrew
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- 146 — finden, die gerne, ohne Erwerbs- und Herrschaftsabsieht, ihre Capitalien für die grosse Volkssache hergeben werden. Nur mit solchen Capitalisten können die Zionisten in Beziehungen treten, kann der Oongress und seine Executivcomites verhandeln, nur derartige Eeiche sind imstande, die Sache der Gewinnung Palästinas und Wiederbelebung des jüdischen Yolkes zu beschleunigen. Was die wohlthätigen Colonisationsyereine betrifft, so zeichnen sich dieselben dadurch aus, dass ihre Gelder und die durch dieselben erworbenen Ländereien nicht einer einzigen Person, sondern dem ganzen Yolke gehören. Sie sind unentbehrlich. Die Geschichte und die Erfahrung zeigen, dass es unter den Juden eine grosse Menge gibt, die infolge ihrer Armuth nicht imstande sein wird, an irgendwelchen Unternehmungen oder Associationen theilzunehmen, während sie ausgezeichnete Arbeiter mit einer gesicherten Zukunft werden könnten. Für diese Menge ist erste Hilfe in Form eines Nationalfondes nothwendig. Ferner kann die ganze zionistische Propaganda, dieses ganze grosse Werk der Erziehung und Umbildung unseres Yolkes, ihre Mittel nur aus solchen Gesellschaftscassen schöpfen. Yiele Stessen sich an der „Wohlthätigkeit", da man gewohnt ist, mit diesem Worte einen Begriff zu verbinden, der der Menschheit nicht zur Ehre, sondern zur Schande gereicht. Die Wohlthätigkeit der Zionsyereine ist aber nicht identisch mit derjenigen eines Reichen, der seinem bettelnden Mitmenschen mit Verachtung einen Knochen zuwirft, nicht die Wohlthat eines herzlosen Aristokraten, auf elender Ehrsucht, frecher Lüge und Falschheit gegründet, sondern eine Wohlthätigkeit, die yom Yolke selbst ausgeht, welches weder Danksagungen noch Ehrungen sucht, sie ist die volksthümliche Selbsthilfe. Wahr ist, dass die Sache bis nun etwas anders aufgesehen hat, wenigstens bei uns im Odessaer Comitö. Der grösste Theil der in die Casse eingelaufenen Summen ist nicht immer gutwillig gegeben worden, sondern vielmehr unter dem Drucke des einen oder des anderen Comit&nitgliedes. Gott sei ihnen gnädig, diesen Wohlthätern, denen man ihre Spenden entreissen muss, welche glauben, dass der Zionismus nur auf ihre Taschen loszielt, denen die Dimensionen ihrer Geldsäcke das ganze Lebensinteresse, den geistigen und moralischen Horizont ausmachen. Das sind die Blüthen und Früchte des jüdischen Golus* Yon nun an sollen Mitglieder der Colonisationsvereine nur freie Männer sein, die das Ihrige freiwillig und gerne zur Sache des jüdischen Volkes, ihrer eigenen Sache, beitragen. Derartige Mitglieder werden wir zumeist unter dem Yolke finden; nur mus^ diesem der Beitritt erleichtert werden. Der Yolksmann gibt seine durch elende Arbeit ersparten Groschen leichter her, als die Reichen ihre elenden Hunderte. Wir wollen aufhören, Zehntausende in Groschen zu Tertheilen, wir wollen aus den Grosehen Millionen bilden, um das Golüs zu brechen und die iüdische Yolksehre au retten. (Lebhafter Beifall)

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