Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 146)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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— 144 — einzelner reicher, wenn auch sehr wohlthätiger Personen; dass sie ferner keine Noth leiden, da die materielle Befriedigung das Yolk an seinen Boden knüpft und ihm ermöglicht, sich geistig und physisch zu entwickeln und zu blühen. Gleichzeitig mit den Colonien hat das Comite jüdische Fabriken, wenn auch anfänglich in kleinerem Maasstabe, in verschiedenen Orten Palästinas zu gründen, in den Städten den Bau und den Erwerb von Häusern und anderen Eigenthums zu fördern, wie auch verschiedene Industriezweige zu cultivieren. Ferner hat der Congress aus seiner Mitte oder aus abwesenden Personen ein „politisches Comite" zu wählen. Die erste Aufgabe desselben wird sein, auf irgend einem Wege bei der türkischen Regierung die Erlaubnis, in Palästina Colonien zu gründen, zu erwirken und für diese Colonien derartige Privilegien zu erhalten, welche sie unabhängig von der Willkür der dortigen türkischen Administration machen. Ferner wird dieses Comite sich mit der Propaganda der zionistischen Idee unter allen Völkern, wo die Juden wohnen, und bei allen Regierungen zu befassen und die Frage der national-politischen jüdischen Selbständigkeit für einen nächsten Congress der Grossmächte reif zu machen haben. Es ist zu erwarten, dass nach einer gewissen Anzahl von Jahren, im schlimmsten Falle nach Jahrzehnten, wenn auf diese Weise die jüdische Bevölkerung Palästinas sich bedeutend vergrössert haben wird, wenn in Palästina zahlreiche, vielleicht hunderte jüdische Colonien, jüdische Fabriken und Werkstätten, Industrie und Handel ii? den Händen einer kräftigen, national-politisch erzogenen jüdischen Bevölkerung vorhanden sein uüd auch der grösste Theil der Juden anderer Länder eine mächtige, nach ihrem Centrum Palästina strebende Partei bildeii wird, — dass dann das politische Comite im Stande sein wird, die Palästinafrage einem Congresse der Grossmächte in ganz anderem Lichte darzustellen und sich den günstigen Ausgang seiner Bestrebungen vollständig zu sichern. Zur Ausführung aller angedeuteten Ziele sind natürlich sehr grosse^ Geldmittel nothwendig, und es entsteht die schwierige Frage, woher diese Mittel zu bekommen sind. Natürlich müssen sie von den Juden selbst hergegeben werden. Das jüdische Yolk, welches kein Bodeneigenthum besitzt, ist aber ein im höchsten Grade armes Yolk. Die grösseren Geldanhäufungen, die in den Händen einer kleinen Anzahl von Juden sich befinden, die ihre Capitalien fortwährend im Umsätze haben, erscheinen der ganzen Welt als grosse Yolksreichthümer und haben die Juden in den Ruf, ein reiches Volk zu sein, gebracht. In der That sind sie es weniger als andere Yölker. Aber die Juden sind arbeitsam und fieissig, in der Arbeit liegt ihr Reichthum und dieser Reichthum der jüdischen Arbeit wird ausreichen müssen, um die nothwendigen Mittel zu beschaffen. Wir überlassen es den in Finanzsachen competenteren Leuten, den financiellen Theil der Palästinafrage nicht nur in den Details,