Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 143

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 143 (sequence 145)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3476254-3476255-3476257--0493-3525699
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

•pi — 143 - mäligkeit", das man in den ersten 15 Jahren der Palästinabewegung verfolgt hat, reüssierte man nicht deshalb so wenig, weil es falsch war, sondern weil es durch seine Träger viel zu schwach, ohne genügende Energie und Opferwilligkeit durchgeführt wurde. Die Palästinafreunde und die zahlreichen palästinischen Vereine arbeiteten ohne System, jeder für sich, planlos, ohne hinter sich die Kraft einer Partei zu fühlen. Sie fühlten vielmehr die Schwäche und Hilflosigkeit der Einsamkeit, sie bildeten weder unter den Juden noch unter den anderen Völkern eine feste Partei. Die Colonisationsvereine warben ihre Mitglieder nur in sehr dürftigem Maasse und unter einer wenig zahlreichen Classe des jüdischen Volkes, und zwar unter derjenigen Volksschichte, die am wenigsten geeignet ist, palästinisch zu werden. Das Volk selbst wurde zu diesen Vereinen gar nicht herangezogen. Es fehlte eine Palästinapropaganda unter dem Volke, was schon dadurch bewiesen wird, dass es kein palästinensisches Jargonblatt gibt. Die Colonisation selbst war schlecht und mangelhaft organisiert, weshalb bis nun noch so wenige Colonien gegründet wurden und auch diese beiweitem noch nicht sichergestellt sind. Die palästinensischen Juden wurden fast gar nicht zur Betheiligung an der Colonisation herangezogen und nichts ist geschehen, um den jüdischen Bewohnern der Städte und Dörfer Palästinas eine entsprechende politische Richtung zu geben. Der internationale Zionistencongress wird sämmtliche Palästinafreunde zu einem organischen Ganzen vereinigen, wird sich als Partei unter den Juden und anderen Völkern erklären und wird mit geeinigten organisierten Kräften rasch die Sache vorwärts schieben. Das otpri erwähnte geistige Centrum. wird durch seine energische, geistige'und moralische Propaganda bedeutend die Zahl der Zionisten vermehren, hauptsächlich innerhalb der heranwachsenden Jugend und desVolkes. Die grossen geistigen Fähigkeiten des jüdischen Volkes berücksichtigend, kann man erwarten, dass schon ein grosser Theil der nächsten Generation so beschaffen sein wird, dass er nicht bloss sein Scherflein zur allgemeinen Sache der Auferstehung des Judenthums beitragen, sondern . diese Auferstehung als ihr Lebensziel betrachten wird. Diese unsere Nachkommen werden alle ihre » Kräfte dazu verwenden, um sich selbst in Palästina anzusiedeln. So muss denn der Congress ausser dem „geistigen Centrumtt auch noch ein Comitö für die Colonisation Palästinas wählen, dem nach ausgearbeiteten Statuten sämmtliche Colonisationsvereine aller Länder subordiniert sein sollen. Dieses Comite hat das Land Palästina genau und im Detail zu studieren, mit Hilfe der Colonisationsvereine grössere, für den Ackerbau taugliche Landstrecken anzukaufen und daselbst zuerst eine Anzahl von Colonien mit den jetzt in Europa und Palästina tauglichen Juden zu gründen. Je grösser die Zahl der colonisationsfähigen Leute wird, desto mehr und mehr Colonien werden gegründet werden können. Die Colonien sind derart einzurichten, dass eine jede Eigenthum der Colonisten werde, und nioht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.