Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 144)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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/ — 142 — Hoffentlich wird der Congress, besucht auch yon den seine Wichtigkeit erkennenden und yon dem Ideale der politisch-nationalen Wiedergeburt des jüdischen Yolkes beseelten Palästinafreunden, imstande sein, beide Wege zu prüfen und den geeigneteren zu wählen. Mir scheint es, als ob nur die Yereinigung beider Vorschläge, indem nämlich sowohl auf dem einen wie auch auf dem anderen Wege gearbeitet wird, zum Ziele führen könnte. Es unterliegt keinem Zweifel, dass Palästina für die Juden ohne die Einwilligung der Türkei und die Bestätigung des europäischen Concertes nicht zu erwerben ist, und dass die politische Palästinafrage früher oder später yor das Forum der europäischen und türkischen Diplomaten kommen muss. Das kann aber erst in einer ziemlich entfernten Zukunft, nach Ueberwindung der grössten Schwierigkeiten der Fall sein. Wir dürfen uns nicht täuschen. Der Kampf, den z. B* einige Yölker der Balkanhälbinsel ausgekämpft haben, war viel leichter, als der unsrige, da die betreffenden Völker auf ihrem eigenen Boden lebten, während es in Palästina wenig Juden und wenig jüdisches Leben gibt. Ferner sind die Mächte und die ihnen unterthänigen Yölker ganz anders die jüdische Frage zu lösen gewöhnt und es dürfte uns ziemlich schwer sein, ihre Gedanken auf andere als die gewohnten Bahnen zu lenken und sie für eine Sache zu interessieren, für die sich das Gros des Judenthurns selbst noch Yiel zu wenig interessiert. Die Frage der politischen Selbständigkeit in Palästina scheint also nicht die Frage der allernächsten Zukunft zusein. Es ist Yiel hiebt auch besser so. Wir haben schon oben erwähnt, dass unserem Volke eine jüdische politische Erziehung abgeht. Würde uns Palästina sogleich überlassen, so würde wahrscheinlich ein am wenigsten wünschenswertes Element des jüdischen Volkes dahin gelangen. Dank ihrer geistigen Begabung würden sich die Juden dennoch einrichten, sie würden aber auch einen Staat darstellen, wie Yiele andere moderne Staaten, mit deren allen und wahrscheinlich noch grösseren socialen Mängeln und mit einem labilen staatlichen Fundamente. Die wichtigste Staatskraft, nämlich der politische Patriotismus des Volkes, würde ihm abgehen. Nur dann kann der Patriotismus einen hohen Entwickelungsgrad im zukünftigen Judenstaate erreichen, wenn dieser aus den besten oder best Yorbereiteten Elementen des jüdischen Volkes entsteht. Das achtzehnhundertjährige Golus hat leider Yiel mehr Unglück gestiftet als man auf den ersten Blick glauben würde. Wohl glimmt noch in den Tiefen der jüdischen Seele der Funke des jüdischnationalen und zionistischen Feuers; allein ein sehr grosser Theil der jetzigen jüdischen Generation hat alle Fähigkeit zu einem jüdisch-selbständigen und Yolksthümlich-sittlichen Leben verloren. Es kann deshalb ein selbständiges Judenthum nur aus dem kleineren Theile seiner besten Elemente und der zukünftigen Generationen entstehen. Daher ist Geduld nothwendig. Da darf man nicht mit dem Kopf durch die Wand rennen. Mit dem Princip der „All-