Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 137)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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— 135 — diesem Punkte gerade muss die Frage der Landesangehörigkeit doch in Betracht kommen, denn jedes Land hat andere Verhältnisse; darum muss ich Sie ersuchen, in der von mir angedeuteten Richtung Ihre Entscheidung zu treffen. Dr. Farbstein: Die Frage der Organisation ist zweifellos eine der wichtigsten. Ich glaube, wir werden sie hier nicht vollständig behandeln können. Es ist absolut nöthig, dass die Frage der Organisation einer Commission vorgelegt werde. Es ist von Dr. Landau bemerkt worden, dass wir mit den verschiedenen Landestheilen rechnen müssen. Die Organisation hat so gut culturelle als volkswirtschaftliche Fragen. Es müssen daher in die Commission Vertreter der verschiedenen Berufe gewählt werden. Eine Commission von 7 Mitgliedern, wie Herr Wolffsohn vorschlägt, wäre ein Mittelding. Ich schlage eine Elfer-Commission vor, die am Dienstag einen Entwurf für die Organisation vorlegt. Wenn der Commissions-Entwurf vorliegt, dann bleibt es dem Plenum übrig, ihn entweder anzunehmen oder abzuweisen. Es sollte auch ein Minderheits- Entwurf eingereicht werden, sofern ein Drittel der Mitglieder dafür ist. W. Temkin (Elisabethgrad) spricht russisch. Er macht darauf aufmerksam, dass in Russland bereits eine eigene zionistische Organisation besteht, die unter strengster Controle der Landesgesetze wirkt. Die russischen Delegierten müssten vorerst in einer eigenen Berathung sich über ihre Stellungnahme klar werden. Er bittet um eine Verschiebung der Debatte. Marmorek: Wir sind mit keinem fertigen Organisations-Entwurf vor den Congress getreten. Der Zweck der Commission ist, Vorschläge zu machen, wie 9 das Studium der Organisationsfrage in nächster Zeit erfolgen soll. Wir haben ja unsere Presse, wir haben unsere Verbindungen; wir können nichts vornehmen, als jene bestimmen, welche arbeiten sollen. Ich glaube, dass der Vorschlag des Herrn Wolffsohn sehr zweckdienlich ist; ebenso möchte ich die Anregung begrüssen, es solle eine jüdische Volkszählung vorgenommen werden durch die jüdischen Gemeinden selbst. Dadurch werden wir endlich wissen, wer und was wir sind. Ich bitte, den Antrag Woiffsohn anzunehmen; ich anerkenne vollständig die Bedenken der russischen Delegierten; ich bitte, den Antrag anzunehmen, damit wir endlich weiter kommen. Dr. Bodenheimer: Es ist durchaus unmöglich, dass wir heute über die Organisation einen bindenden Beschluss fassen; es wäre auch nicht möglich, wenn der Entwurf gedruckt vorliegen würde, weil die Verhältnisse in den einzelnen Ländern zu verschieden sind, um ohne Weiteres unter einen Hut gebracht werden zu können. Es ist darum nicht anders möglich, eine Organisation für die Zukunft zu schaffen, als dass wir uns damit begnügen, den nächsten Congress zu bestimmen und ein Central- Comite zur Vorbereitung zu wählen. Dieses würde die Pflicht haben und es würde in dessen Möglichkeit liegen, die Vorschläge betreffend Orga- - nisation entgegenzunehmen und gründlich zu prüfen, und dann könnte der nächste Congress endgiltig beschliessen. Es werden zu dieser Frage Juristen aller Länder zu vernehmen sein. Dieses Organisationsstatut ist die Verfassung unserer Partei, und sollte sie nicht ohne Vorbereitung gegeben werden in einer so grossen Versammlung wie heute; sie muss ganz gründlich vorbereitet werden. Es wird mir vorgeworfen, ich hätte mich persönlich nicht dazu bereit gefunden. Das ist ein schwerer Vorwurf. Wir sehen uns heute zum erstenmale, und ich als Privatperson,