Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 134)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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/ - 132 — X > träge vorbereiten und morgen zu uns kommen, wodurch dje ganze Sache dann bedeutend erleichtert wird. Ich schlage vor, in diese Commission zu wählen die Herren Dr. Herzl, Dr. Nordau, Dr. Bodenheimer, Dr. Schnirer^ Dr. Bernstein, Director Steiner und Mr. de Haas aus London. Diese Commission könnte sich eventuell auch noch cooptieren. Ich glaube, auf diese Weise werden wir am besten vorwärts kommen. Heinrich Birkenstem (Frankfurt a. M.): Von allen Punkten und den Referaten hat mich am meisten interessiert das Eingehen auf die volkswirtschaftliche Lage. Ich wollte Sie darauf aufmerksam machen,, dass dieser Punkt keinesfalls aus den Augen verloren werden sollte und zum mindesten gleichgestellt werden sollte mit allen den Punkten, die bis jetzt genannt worden sind. In Deutschland z. B. hat die Volkswirtschaft einen sehr schmalen Eaum in jeder politischen Discussion. Im Reichstag sowohl als in Versammlungen macht sich ein Mangel an volkswirtschaftliehen Kenntnissen ungeheuer fühlbar. Ich erinnere an das Problem der Silber- und Goldwährung. Wie viele haben wir in Deutschland, die sich darüber klar werden? In Deutschland fehlt eben das Studium der Volkswirtschaft. Ich glaube aber, dass die Volkswirtschaft in unserem Volke einmal guten Boden finden wird. Ganz besonders wichtig ist es, dass die Herren eine Commission ernennen, die diese Bestrebungen verfolgt. Dr. Schaffer: Ich nmss von getrennten Commissionen entschieden abrathen. Die Erhaltung von Commissionen kostet Geld. Man müsste das Geld aufbringen, denn bis jetzt hat man die Mittel dazu noch nicht aufgebracht. Ich stelle mir die Sache anders vor. Wir brauchen nur eine Organisation mit 5 oder 6 Personen, und zwar so, dass dieselben difr Arbeiten unter sich vertheilen. Jeder wird ein bestimmtes Fach übernehmen, damit nicht verschiedene getrennte Commissionen erforderliah sind, wodurch Verwirrung hervorgerufen werden könnte. Schach: Meine Herren! Man macht uns Juden gewöhnlich den Vorwurf, wir seien zu praktisch. Ich wünschte, dem wäre so. Hätten wir es verstanden, praktisch für unser Volk zu arbeiten, wir hätten heute nicht den ersten Zionisten - Congress und wir wären an einem andern Platze als in Basel versammelt. Dasselbe Bild der unpraktischen, Auffassung zeigt sich auch hier. Wir haben hier grosse, herrliche Reden gehört, aber alle beweisen uns nur, was wir wollen und nicht, was wir sollen. Dass wir ein Volk sind, dass wir ein Volk sein müssen, wenn wir nicht zu Grunde gehen wollen, das wissen wir wohl, aber man soll uns nun den Weg zeigen, den wir wandeln sollen, — das ist die Aufgabe des Corigresses. Es wird hier der Schwerpunkt auf die Vorträge^ und nicht auf die Discussionen, auf die Klärung der Meinungen, gelegtr und das ist ein Fehler. Man kommt uns immer mit der Zumuthüng der en bloc - Annahme, bevor die verschiedenen Richtungen zu Wort gekommen sind. Wenn Jemand ein Referat über Agitation ankündigt, so hätte ich erwartet, dass er uns vorher einen gedruckten Agitationsplan vorlegt. Statt dessen hörten wir wiederum den Beweis, dass die Juden eine Nation bilden. Hier ist der Platz, wo wir uns über Vorschläge aussprechen, wo wir nützliche Anregungen nehmen und geben sollen. Für gelehrte theoretische Ausführungen haben wir hier keine Zeit! Meine Herren!: Wir vertreten hier formell eine halbe Million Stammesgenossen, factisch aber sind wir hier die legitmen Vertreter von sieben Millionen, Juden, denn der jüdische Volksgeist gab uns das Mandat dazu. Ja, das. ♦