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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 126

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 126 (sequence 128)
Language
German, English, Hebrew
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— 126 — Unser verdienstvoller Vorkämpfer in Schlesien, Herr Moses aus Kattowitz, will den Fond durch Gründung von Genossenschaften aufbringen. Jedes Mitglied soll 10—15 Kronen Einschreibegeld und jährlich 100—150 Kronen zu zahlen haben. Für seine Betheiligung erhält der Genossenschafter Ländereien und Ackergei äthe, deren Wert er mit vier bis fünf Percent zu verzinsen hat, bis 50(i0 Kronen von denselben voll eingezahlt sind. Herr Moses hofft auf diese Art die Verfügung über circa eine Milliarde Genossenschaftscapital zu erlangen. Auch einer der Aeltesten unserer jungen Bewegung, Herr Dr. Bierer aus Sofia, hat sich mit dieser Frage beschäftigt« Dieser und der Delegierte der rumänischen Grossloge des Ordens Benei Berith, welche eine rühmliche Ausnahme von dem assimilatorischen Kesseltreiben ähnlicher Vereine in anderen Ländern macht, dieser i / sage ich und Herr Brociner stimmen mit ihrem Vorschlag überein, jährlich von sämmtlichen jüdischen Familienvätern eine regelmässige Beisteuer zu dem zionistischen Fond zu erheben. Sämmtli che Vorschläge bieten interessante Gesichtspunkte und enthalten zweifellos einen guten Kern, auch dürfte der Vorschlag Bierer und Bronciner für Ost-Europa vielleicht durchführbar sein, worüber ich kein Urtheil habe. Zu gewichtigen Bedenken gibt die Idee des Herrn Prof. Schapira nach zwei Seiten Veranlassung. Derselbe will die Bodenbesitzreform von Dr. Hertzka und Flürscheim in Verbindung mit den altbiblischen Vorschriften über das Jubeljahr zur wirtschaftlichen Grundlage des zu schaffenden Gemeinwesens machen, und gleichzeitig für Fragen der Verwaltung das Plebiscit einführen. Es erscheint mir sehr gewagt, heute schon die national-ökonomischen Institutionen in dem erst zu bildenden Gemeinwesen festzulegen, insbesondere aber ohne vorhergehende Versuche bindende Beschlüsse zu fassen und ein System anzunehmen, dessen Durc* führung in den sogenannten Freilandcolonieen unternommen wurde, ohne dass bis jetzt eine einzige dieser Colonieen zur gedeihlichen Entwicklung gelangt ist Ein Plebiscit, wie Professor Schapira vorsieht, scheint mir praktisch nicht ausführbar zu sein. Durch die von Herrn Moses pi ojectierten Genossenschaften dürften, meine Herren, schwerlich gr osse Geldmittel zu erlangen sein, da das zur Colonisation brauchbare Menschenmaterial die erforderlichen 5000 Kronen zum weitaus grössten Theil nicht besitzt, und diejenigen, welche das nöthige Capital besitzen, zumeist weder die Lust noch die Fähigkeit zur Ackerbau-Colonisation haben. Mit dem Ackerbau als der Grundlage j<-der nationalen Wirtschaft müssen atier auch wir die Colonisation beginnen. Ich glaube jedoch versichern zu können, dass die Lösung dieser Frage viel einfacher i.^t, als man denkt. Ich brauche wohl kaum zu feetonen, dass ich mich an bereits Vorgedachtes, insbesondere an die Schrift meines Freundes Dr. Herzl anlehne.

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