Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 120)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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— 118 — geschlossen zu sehen, und zwar durch eine Kundgebung der Begeisterung. Wir wollen Alles hervorkehren, was uns einigt, und Alles in den Hintergrund stellen, was uns trennt. Parteiungen werden unter uns später nicht ausbleiben, Zerklüftungen werden nicht fehlen. Lassen Sie uns aber mindestens am Ausgangspunkt unserer Bewegung das Beispiel einer imposanten Einigkeit geben durch einstimmige Annahme des Programmes mittels Zurufes! (Lebhafte Rufe: Abstimmung!) Dr. Blumenfeld (zur Abstimmung): Ich werde mich kurz fassen» loh glaube nicht fehl gehen zu dürfen, wenn ich verlange, dass namentlich abgestimmt werde, damit nicht die Stärke der Lungen und das Klatschen der Hände den Ausschlag gebe, damit das Resultat ein klares und unzweideutiges werde; ich beantrage deshalb, dass über diesen Punkt, ob „völkerrechtlich" oder „rechtlich", namentlich abgestimmt wird. — Präsident: Es liegen eigentlich drei Anträge vor: Der Antrag der Commission, dann der Antrag des Herrn M o t z k in und drittens der Antrag „öffentlich-rechtlich." Nun handelt es sich bei vielen Anwesenden heute vielleicht um ein Missverständnis. Die Herren von der Commission, vom Wunsch geträgen, eine einheitliche Kundgebung des ersten Congresses hervorzurufen, haben sich auf den weitesten logischen Kreis geeinigt, der ja auch den kleinern einschliesst; sie haben dadurch durchaus nicht zu erkennen gegeben, wie weit sie auf dem innersten Kreis, wenn ich das so definieren kann, auf dem völkerrechtlichen Standpunkt stehen; sie haben es sich vorbehalten, aber nicht aufgegeben. Wenn wir möglicherweise der Verwirklichung unserer Ideale näher stehen als man glaubt, so können gewisse Gründe der Opportunität, in denen jedoch noch keineswegs eine Aufgabe des Standpunktes gefunden werden muss, eine vorsichtigere Formulierung rechtfertigen. Ich glaube, dass der der Sache dient, der eine schnellere Lösung herbeiführt. Das Stimmenverhältnis ist bereits klar. Es wäre aber doch unser aller Wunsch, dass wir einmüthig den Antrag des Programmes annehmen und in diesem Sinne mache ich darauf aufmerksam, dass vielleicht der Wahl des Wortes „öffentlich-rechtlich" von jedem Juristen zugestimmt werden wird. Ich möchte mir erlauben, der Commission vorzuschlagen, diesen Zusatz, der unser Programm nicht entstellt, zu berathen und, wenn sie mit ihm einverstanden ist, die Abstimmung vorzunehmen. Dr. Bodenheimer: Ich stelle den Antrag, dass für den Fall, dass dennoch eine Berathung stattfindet, zwölf oder vierzehn Herren gewählt werden, welche das Programm noch einmal berathen. (Allgemeiner Widerspruch.) Ich merke wie die Stimmung ist, und ziehe daher meinen Antrag zurück. — Fabius Schach:^Meine Herren! Ich habe eine dringende Bitte: Wir sprechen nicht im Saal, sondern in der öffentlichen Welt. Jedes Wort hat öffentliche Bedeutung. Was wird man in der Welt sagen, wenn man später hört, dass über einen solchen Antrag die Debatte geschlossen wurde? Ich stelle den Antrag zur Geschäftsordnung, dass die Debatte wieder aufgenommen werde. (Unter allgemeinem Tumult verlässt der Redner den Saal.) Präsident: Die Debatte ist durch die Wahl von Generalrednern geschlossen. Ich habe den Antrag gestellt, dass die Commission sich zurückziehen möge, um eine Revision vorzunehmen und diese dem Cöngröss mitzutheilen. Pause