Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 113)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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V — III — lins zu vernichten. Unsere Feinde vermehren sich von Tag zu Tag und zählen bereits nach Millionen und wenn sie nicht die Gesetze fürchten würden, verschlängen sie uns lebendig. Nun sind uns Brüder erstanden, die uns in der Noth hilfreich die Hände reichen und -alles aufbieten wollen, um unser Volk aus der Noth zu befreien. Dürfen wir diese Hilfe ausschlagen? Man achte darauf, dass dieser Bruderbund nicht zerstört werde! 4. Ferner mögen alle Zionisten erkennen und die vollkommene üeberzeugung gewinnen, dass „Ischub Erez Israel", d. h. der Ankauf von Boden, das Bauen von Häusern, Bebauen von Feldern und Gärten eines der bedeutsamsten Gebote unserer Thora ist, von dem mancher unserer alten Weisen behauptet, dass es die ganze Thora aufwiege. Es erklärt sich dies dadurch, dass davon die Erhaltung unserer Nation abhängt. Wer dies glaubt und weiss, ist ein wahrer Zionist, ohne diese Üeberzeugung gibt jeder, der sich uns anschliesst, nur ein Almosen wie zu irgend einem Zwecke. 5. Die Grundlage für die „Liebe zu Zioii" ist, das Aufrechterhalten der uns überkommenen jüdischen Lehre. Ich will damit keiner Person nahetreten, denn schon unsere Weisen sagten: „Ich wundere mich, wenn jemand in diesem Geschlechte Moral zu predigen weiss44. Ich behaupte es ganz allgemein, dass die Thora das Fundament sein soll zu unserer Wiedergeburt im Lande unserer Väter. 6. Unsere Aufgabe'besteht nur darin, aufzubauen und zu pflanzen, nicht zu vernichten und zu zerstören. Wir dürfen nicht die Chalukainstitution schädigen, von der das Leben Tausender abhängt, so lange diese nicht eine andere Unterhaltungsquelle gefunden haben. 7. Zum Zwecke der Propaganda für unsere Idee müssen wir tüchtige Redner in alle Länder, wo Juden wohnen, entsenden. Die Notwendigkeit und den Nutzen solcher Prediger haben wir bei uns kennengelernt. Auch müssen Agitationsschriften in hebräischer Sprache, im Jargon und in allen anderen Sprachen durch den Druck verbreitet werden. Sehr nothwendig ist es, eine gute, in Form und Inhalt gediegene Brochure abzufassen und in russischer, deutscher, französischer, englischer, italienischer Sprache als Manifestation des zionistischen Gedankens den massgebenden Persönlichkeiten aller Länder zu unterbreiten, damit diese über unsere Ziele aufgeklärt werden. Der Mangel solcher Schriften ist besonders fühlbar. 8. Betreffs des Nationalfond^s müssen wir uns bestreben, dass die J. C. A. in Paris einen Theil ihres Fonds der Colonisation Palästinas zu-r wende. Wir müssen auch noch andere reiche Juden für uns gewinnen. Auch wäre gut, es so einzurichten, dass immer ein Theil der für Colonisation gesammelten Gelder als Nationalfond aufgebracht werde. Nach meiner Ansicht sollte der Congress ein Dankschreiben an Bäron Eduard Rothschild absenden in Anbetracht seiner Leistungen für dlie Colonisation. Ist er doch seit der Vernichtung unseres Staates der erste Jude, der sich zu einer so grossen That entschlossen, viele Millionen in ihren Dienst gestellt hat und noch weitere Opfer zu bringen geneigt ist. Einem solchen Maniie soll die erste zionistische Versammlung der Juden aller Länder Dank und Anerkennung zollen. Zum Schlüsse will ich meinen Brüdern noch folgendes zu Gemüthe führen: