Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 108)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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die Ursache aller unserer Sünden aus der Welt schaffen. Wir wollen die Art unserer Lebensweise ändern. Hier muss eine Aenderung eintreten. Wir werden zwar nicht ein jedes Wort, das Schäffle über die Juden sagt unterschreiben. *) Wir müssen aber Schaffte zugeben, dass die causa causarum aller Gesammtübel ist, dass „der jüdischen Nationalität die Territorialeinheit und das Vaterland fehlen." 2) Wir sind nun am Schlüsse und können auf Grund unserer bisherigen Ausführungen folgende zwei Postulate aufstellen: 1. Es waren historische Ursachen, die den Juden, besonders in Westeuropa zum Händler gemacht haben. Die Juden sind zu einer städtisch-bürgerlichen Bevölkerung mit ihrer und ohne ihre Schuld geworden, ohne dass es ihnen ermöglicht ist, ihre Fähigkeiten in geistiger, cultureller Hinsicht frei zu entwickeln. Der bessere Theil des jüdischen Bürgerthums Westeuropas wurde von der Macht der Thatsachen gezwungen, zum Zionismus überzugehen. Der Zionismus ist für ihn die Auflehnung gegen das Leben im Exil, in dem er zum Handels- und Schacherjuden degradiert wird. Der Zionismus ist für ihn ein Act der Selbsthilfe, ein Streben nach einer nationalen, wirtschaftlichen und geistigen Wiedergeburt des jüdischen Volkes. 2. Die Juden Osteuropas sind infolge historischer Ursachen zu Kleinhändlern, Kleinkramern und Klfeinhandwerkern gemacht worden. Die Juden Westeuropas können sich in ihrem Ansiedlungsorte weder wirtschaftlich noch geistig frei entwickeln. Alle Anstrengungen für gesundere Arbeitsverhältnisse unter den Juden bleiben dort erfolg- und fruchtlos, sei es, weil sie indirect auf die Zerstörung des jüdischen Cultus hinauslaufen oder weil am Ansiedlungsorte die ökonomischen Bedingungen fehlen. Die Juden Osteuropas finden daher den einzigen Rettungsweg im Zionismus, d. L dem Streben vermittelst einer planmässigen Emigration nach Palästina nicht nur eine jüdische Gesellschaft ins Leben zu rufen, sondern auch die ökonomische Lebensweise der Juden zu ändern und zu verbessern. Wir sahen bis jetzt, was die Zionisten wollen und weswegen sie es wollen. Hören wir noch die Gegner der Zionisten. Die Gegner der Zionisten sind die Assimilationsjuden und die sogenannten philantrophischen „Praktiker44. Die Assimilationsjuden sind die consequenten Schutzjuderi. Sie sagen sich, der Urahn war der Schutzjade des Junkers, der Enkel der der Städte, und daher soll der Urenkel der Schutzjude des liberalen Bürgerthums oder irgend einer anderen Partei sein. Die Assimilatiousjuden sind auch die anarchistischesten laissez-alier und *) Schäffle: Bau und Leben des socialen Körpers, I. S. 402, IL 74 und 90, IV, 460 f. 2) A. a. 0. III. vS. 90. ✓ # «■