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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 103

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 103 (sequence 105)
Language
German, English, Hebrew
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weist, kommen auf 3515 jüdische Meister 1812 Gesellen. *) Dabei ist die Zahl der Handwerker eine viel grössere als nothwendig. Meister und Geselle sind beide Bettler.2) Im Kreise Minsk fällt z* B. 1 Meister auf jeden siebenten städtischen Einwohner.3) Die jüdischen Fabrikarbeiter sind fast ausschliesslich in den an Sonnabenden geschlossenen jüdischen Fabriken beschäftigt.4) Der osteuropäische Jude wird noch lange nicht den Sabbath entweihen. Das ist auch eine der Hauptursachen, weswegen von einer Entwicklung der Judenschaft Osteuropas zu einem Fabrikproletariat picht die Kede sein kann. Die Zahl der an Sonnabend geschlossenen Fabriken ist sehr klein, weil es dort wenige reiche Juden gibt. 5) Die Stadt Schitomir z. B. mit einer 23.000köpfigen jüdischen Bevölkerung 6) hat im ganzen „4 Juden, die ein Vermögen über 100.000 Rubeln besitzen, dann einige hundert mit einer verhältnismässig gesicherten Existenz und die übrige Masse besteht aus Bettlern." 7) Der Grossjude, der reiche Fabrikant, kann wieder keine jüdischen Arbeiter beschäftigen, denn seine Fabrik, umsomehr noch wenn sie in eine Actiengesellschaft umgewandelt wird, muss am Samstag arbeiten. In der Grosstadt Odessa, wo schon mehr Grossjuden leben, beträgt daher die Zahl der von physischer Arbeit lebenden Juden kaum Ys der gesammten jüdischen Bevölkerung, obwohl es dort viele Dock- und ungelernte jüdische Arbeiter gibt.8) Man wird vielleicht einwenden, es sei nicht die Hoffnung ausgeschlossen, dass mit der Zeit „die künstlichen Grenzen des Niederlassungsgebietes für die Juden in Kussland abgeschafft werden" 9) und „wenn die intelligente jüdische Bevölkerung sich in dem ungeheuren russischen Keiche ausbreiten könnte, so würde sie sich sofort erholen und am Gedeihen der Industrie, des Handels und des Ackerbaues im Lande fördernden Antheii nehmen." l0) Diese Einwendung wird von denjenigen gemacht werden, die es nicht begreifen können, dass nicht antisemitische. oder judophobische Umtriebe die Hauptursache des Elends der Juden Osteuropas sind, sondern nur die Ueberbevölkerijng in den kleinen Städten und Flecken. Der Antisemitismus trifft in erster Linie die jüdische J) Vergl. Bericht der Alliance Israelite Universelle für August 1896, S. 103. 2) Subbotn A. a. O. 3) A. a. 0. I, S. 31. 4J Subbotin I, S. 5, 128, 132. II, 59, 96, 178, 225 u. ö, 5) Subbotin A. a. 0. I, 61, 88, II, 6, 7, 55, 99, 103, 105, 151, 202, 205. 6) A. a. 0. II. 141. 7) A. a. 0. 151. 8) A. a. 0. II. 229. Vergl. Alliance Israelite Universelle, Bericht für 1896, S. 142. 7 ö) Alliance Israelite a. a. 0. 1883. S. 10. / ,0) A. a. 0. 1881, S. 43/44. /

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