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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 99

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 99 (sequence 101)
Language
German, English, Hebrew
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»- — 99 — Zuerst waren es die Landesherren,, die „die Juden legal brandschatzten und die Brandschatzung wohl gar zum integrirenden Bestandteil ihrer Finanzpolitik machten." *) Man zwang den Juden Wucherer zu sein, man machte ihn dadurch bei allen verhasst und dann „konnte man den Juden abwechselnd begünstigen und plündern, denn der Jude galt doch als Privatfeind aller Schuldner."2) Die Juden „bildeten eine Art Domäne, man gab ihnen Gelegenheit sich zu bereichern, um hieraus Nutzen zu ziehen"3) und „die Juden waren um ihrer eigenen Sicherheit willen genöthigt, sich selbst zum Werkzeuge zu machen, durch welches man die Nation beraubte."4) Bald kamen die Städte. Die Judenschaft wird in Deutschland seitens des Keichs an die Städte verpfändet.5) Das banausische Zunftmeisterthum sorgte schon dafür, dass der Jude kein Handwerk und der „aus dem Stande der städtischen Grundeigenthümer entstandene Handelsstand" — dass der Jude keinen Warenhandel treibe. Der Jude wird gezwungen Pfandleiher und Wucherer zu sein, er muss'Wucherer sein, denn es liegt im Interesse der Städte, dass die Juden die Edelleute ausbeuten und die Städte die Beute in der Form von Steuern an sich bringen."6) Und noch erst die kleinen Herrlein, die die „Zinsen" und die Renten beim Juden verpfändeten. Die Juden hatten allein das Recht, aber auch zugleich „die Pflicht da's'Geldbedürfniss der Landesherrschaft und ihrer Hintersassen gegen genügende Pfandsicherheit ausreichend zu befriedigen," die Juden waren gezwungen „öffentliche Wucherer" zu sein.7) Der Jude sinkt in der zweiten Hälfte des Mittelalters zum Wucher- Juden hinunter, er verkommt nicht nur physisch und ökonomisch, sondern auch geistig.8) Dem Juden beginnt es besser zu gehen erst seit dem 17. Jahrhundert, als man, durch die Entwicklung der modernen Grossindustrie gezwungen, den Juden wieder brauchen konnte, dass er „Handel, Commerce^ Manufacturen u. dgl. betreibe." 9) Die gesegnete Emancipationsaera kam. Die Emancipation erfolgte theilweise auch aus idealistischen Motiven, hauptsächlich aber nur deswegen, weil die Emancipation der Juden im Interesse 4er Befreier lag. Man braucht die Juden in der Neuzeit und des- 1) Lamprecht A. a. 0. 1456. 2) Rogers' Geschichte der englischen Arbeit, S. 6. 3) Voeke: Geschichte der Steuern des britischen Reiches, S. 161 f. ' 4) Ashley: Englische Wirtschaftsgeschichte I. S. 206. 5) Geering A. a. 0. S. 214, Bücher: Die Bevölkerung u. s. w. S. 527, Saitschik A. a. 0. S. 35, Lamprecht A. a. 0. S. 1455. 6) Vergl. Nübling S. 174f und LXXV f, 30 a) A. a. 0. S. 217 f. 7) Lamprecht I, 849, 1449 und 1453. 8) Vergl. Chwolaon: Reischith Maasei Hadfus b' Israel (hebr.), S. 33 5*md 45. * 9) Vergl. Bücher : Bevölkerung a. s. w. 572, 587 f. Geering A. a. (X ■390, 454 f. Nübling 541 f. Mehring: Lessing-Legende 252 f. i

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