Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 94)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3476254-3476255-3476257--0442-3525648- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
es zurüekzuzerren versuchen werden, zu zerreissen. Oder, um die Sache durch ein allerdings sehr modernisiertes und modificiertes biblisches Bild noch deutlicher zu machen — die Zionsgefühle allein können verhüten, dass sich die Neuangesiedelten aus den Herbheiten junger Freiheit und Cultur zurücksehnen nach den öfter leeren als vollen Fleischtöpfen der Golusländer und dass sie diesem Sehnen nachgeben. Diese Garantieleistung Palästinas ist ein so grosser Vorzug, dass es schon durch ihn allein zum einzig in Betracht kommenden Lande wird. . Aber es spricht noch etwas für Palästina. Auch bezüglich seiner läuft, wie beim Zionismus überhaupt, neben dem Nutzen für die Juden selbst ein solcher für die Menschheit. Auch hier sei es nochmals betont: Wir wollen keine Cultur- oder Civilisationsmissionäre sein, nirgends, weder im Westen, noch im Osten. Aber es darf uns doppelt freuen, dass wir gerade dnmh diA Wflhl Palästinas wieder Gelegenheit erhalten, an einem Menschheitswerke7 und wieder in hervorragendster Weise, mitzuarbeit^7 Ein lüdisclies ~* ^*-"^"'*"°Ts1 Staatsvolk, das sich in Palästina etabliert, wird nämlich nicht bloss <-»»......----»^^ , . im Inneren der Mittler zwischen den social-ethischen und den politisch-ästhetischen Elementen des Europäismus, sondern auch nach aussen der langgesuchte Mittler zwischen Morgen- und Abendland sein. Denn wenn irgend ein Volk dazu befähigt ist, so das jüdische, mit seiner anererbten, orieni^lj&akan Ffjgpp^y|;. rmrl seiner europäischen Erziehung; und wenn irgend ein Land geeignet ist, diesem Mittlerthum einen territorielien Stützpunkt zu bieten, so Palästina mit seiner Europanähe, seiner Lage am Suezcanal und als unausweichliche Station für den Eisenbahnweg nach Indien. Man sieht : Die Wahl Palästinas — weit entfernt, eine Willkürlichkeit zu sein — verstärkt ganz im Gegentheit die Bürgschaft dafür, dass eine Landnahme durch Israel geschichtsgemäss ist. Dennoch werden Einwände auch speciell gegen Palästina gemacht. Entsprechend dem concreteren Gegenstand des Angriffes, wird hier aus der geschichtsphilosopliischen Willkürlichkeit die praktische Unmöglichkeit. Unmöglich! Das ist ein recht gefährliches Wort, mit dem sich im Grunde jedes neue Unternehmen, jede neue politische Action lahmlegen lässt. Dieses Wort ist der Tod jeder That, wenn man es über die Grenzen des notorisch Naturunmögliehen oder Geschichtsunmöglichen zu einem unbestimmten Schreckbegriff werden lässt. Wenn sich die Zionisten etwa vornehmen würden, ein jüdisches Gemeinwesen im Monde oder auch nur am Nordpol zu errichten — das wäre unmöglich. Oder, um nicht so weit zu schweifen, wenn sie es bloss in China oder mit der Hauptstadt Berlin, Paris, London oder Rom gründen wollten, auch das wäre unmöglich, und zwar aus geschichtlichen Gründen. Denn es ist einfach ausgeschlossen, dass eine neue^ noch schwache Cultur eine alte, noch starke Cultur