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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 91

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 91 (sequence 93)
Language
German, English, Hebrew
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- 91 — j~ wohl hoffen, mit seinen Impulsen und Wünschen auf der richtigen Fährte zu sein. Solch' indirecter Beweis ist bei politischen Bewegungen berechtigt und einzig möglich. Directe Beweise pro futuro sind einfach ausgeschlossen. Das wäre geschichtliche Kartenaufschlägerei. Die betreiben wir nicht. Dagegen hat die zionistische wie jede grosse Bewegung etwas Prophetisches an sich. Man muss nur Organe haben, es zu merken. Doch sind wir noch keineswegs am Ende unserer Beweisführung angelangt. Denn was bisher über die geschichtliche Folgerichtigkeit des Zionismus gesagt wurde, bezog sich bloss auf die Notwendigkeit einer Landnahme. Die Juden brauchen ein Land, sie müssen es nach dem Gange ihrer Entwicklung haben und werden es zweifelsohne besitzen. Das war das Ergebnis. An dieses kann nun jeder, der nicht justament eine Schwarz-auf-Weiss-Bürgschaft verlangt, den sicheren Glauben knüpfen, dass sich schon irgend ein passendes Erdenwinkelchen werde finden lassen. Der Zionismus geht aber weiter. Er verlangt gerade Palästina. Darum müssen wir auch noch diese Forderung, namentlich nach der culturgeschichtlichen Seite hin, begründen. Man kann dieselbe natürlich vom Standpunkte reinsten Gefühles erheben, und es besteht kein Zweifel, dass sich ein grosser Theii der Zionisten hieböi wirklich nur von Gefühlen leiten lässt. Es wäre nun lächerlich, bloss deshalb, weil man vielleicht selbst reiner Verstandesmensch ist oder nach anderen Richttingen gehende Gefühle hat, die romantischen und Pietätsgefühle Anderer zu verhöhnen. Allerdings aber müssen Gefühle, die in den Dienst der Gesammtheit gestellt werden sollen, zuvor auf ihre Nützlichkeit für diese geprüft werden. Und so könnten die Vorkämpfer eines jüdischen Gemeinwesens mit Recht gegen Palästina sein, wenn sich trotz der für dieses Land im jüdischen Volke, vielleicht sogar in ihnen selbst vorhandenen Gefühle mit denselben schlechterdings nichts aufangen liesse. Nun lässt sich aber mit diesen Gefühlen sehr vieles anfangen. Denn das Land, das die Juden haben müssen, braucht wohl nicht unbedingt eine besondere Anziehungskraft zu besitzen, — die Aussicht, sich JSToth in Behaglichkeit zu wandeln, macht dem Auswanderer am Ende jedes Land recht — aber es muss unbedingt über eine andere Kraft verfügen — eine Festhaltungskraft. Das -wi 1 * 1 * 1 TW 1 i <*^><w'y"W7<pn^i^ IiJImiiiiwiiiifr.....—mmmm® , . Land muss die jüdischen Zuzugler so lange lesfcnalfenKonnen, bis der lange Process seiner Umwandlung aus einem unstät wandernden Handelsvolke in ein sesshaftes Volk aller Berufe, besonders aber auch des Ackerbaues, das heisst aus einer culturlosen in eine Culturnation zu Ende gekommen ist. Und diese Kraft hat $ben nur Palästina, durch die Gefühle, die es der Masse des jüdischen Volkes einflösst. Diese Gefühle sind die einzigen erfolgversprechenden, durch verschiedene Colonisationsversuche schon erprobten Werkzeuge, um die Ketten des Golus und des Ghetto, die sich Israel in die Freiheit nachschleppen und

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