Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
- Issue
- 29. bis 31. August 1897
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 95)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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■ ' ' 1% — 93 — aus ihren dichtbevölkerten Städten verdränge. Dagegen ist es sehr wohl möglich, dass in ein schwachbevölkertes Land, in dem eine alte, aber verfallende Cultur wohnt, eine junge aufstrebende und deshalb stärkere einzieht. Ist das einmal festgestellt, dann kann nicht mehr von Unmöglichkeiten, höchstens von Schwierigkeiten und Hindernissen gesprochen werden. . Yor solchen aber weicht nicht zurück, wer kühn und geduldig ist. Von diesem Gesichtspunkte aus ist gegenüber solchen blossen Schwierigkeiten meine Begründungsaufgabe erledigt. Schon über dieselbe geht es also hinaus, wenn ich so kurz als möglich auf die hauptsächlichsten Schwierigkeiten eingehe. Dahin gehört zum Beispiel das Bedenken, dass wir die Concurrenz mit culturälteren und culturstärkeren Anwärtern auf Palästina, nicht bestehen könnten. Die Sache ist so schlimm nicht. Wäre sie es, so wären in den letzten Jahrzehnten nicht die vielen kleinen Nationalstaaten entstanden. Die gegenseitige Eifersucht der Mächte auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Thatsache, dass trotz aller materialistischen Theorien auch idealistische Motive bei Gründung neuerStaaten sich geltend machen, sind geeignete Momente, um derlei Befürchtungen zu zerstreuen. Andere, nicht zu unterschätzende Schwierigkeiten sind, dass die Juden gegenwärtig einen so geringen Procentsatz der palästinischen Bevölkerung bilden oder dass sie in Europa nicht so beliebt sind, wie etwa am Anfange dieses Jahrhunderts die Griechen waren, aber diese Nachtheile werden wieder von besonderen Vortheilen aufgewogen, so von der hervorragenden Intelligenz des jüdischen Volkes, seiner sprichwörtlichen Hartnäckigkeit und Zähigkeit, endlich von der zu erwartenden Hilfeuder ehr- (~J / - -^i^^,lia#afa^K&&^^ "' *-?~"f-?*'-'*:'~'- 2"*^'""",. ,-,.MMi, u „m-. ■im mi um .". ""*r°*" lighm^^ auch direct Philbzionisten geben — darum, weil der Zionismus vielen Civilisationshoffnungen europäischer Menschenkategorien Erfüllungen verspricht. Man hört oft auch Bedenken wegen des heiligen Grabes. Durch eine Exterritorialisierung der christlichen heiligen Stätten kann ja allen diesbezüglichen Verwicklungen ein Riegel vorgeschoben werden. Doch genug! Ich habe die Empfindung, alä hätte ich mich schon viel zu viel in diese nicht mehr zur Begründung des Zionismus gehörendenDetails eingelassen. Wir sehen die Schwierigkeiten ganz gut, die wir auf jedem Schritte zu überwinden haben werden. Wir haben ja auch den Congress einberufen in dem Bewusstsein, dass wir erst am Anfänge eines Feldzuges stehen, in dessen wechselvollem Verlaufe wir noch mancher uneinnehmbar scheinenden Position begegnen, noch manche Niederlage erleiden werden, zugleich aber mit dem Vorsätze, uns durch theilweise Enttäuschungen und vorübergehende Misserfolge nicht abschrecken zu lassen und in der innigen Ueberzeugung, dass \ / I