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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 90

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 90 (sequence 92)
Language
German, English, Hebrew
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nach und von politischen Eintagsconstellationen abgesehen — nur dann eintreten, wenn die Juden nirgends mehr durch Zahl oder , . . . 7 -»-v <uaa^'' ^^»llWPfww^^ monoDOlisierte Berufe auffallen, und wennsie aui voiKerre entliehe chtung Anspruch machen dürfen. Beide Yoraussetzungen aber werden erst durch die jüdische Heimstätte möglich. Je mehr dieselbe erstarkt, je grösser und berufsmannigfaltiger ihr jüdischer Zufluss aus allen Ländern wird, desto unzweifelhafter und würdiger wird die nationale, sociale und culturelle Stellung der Exilsjuden werden und auch den Juden erscheinen. Weit über diesen indirecten Gewinn geht jedoch der directe Nutzen, den die Menschheit aus der völkerrechtlichen Rehabilitierung des jüdischen Yolkes ziehen wird* Durch dieses geschichtliche Ereignis wird, die europäische Civilisationskarte um eine neue Culturfarbe bereichert, wird dem concreten, dem lebenden Europäismus ein neues Yolk zugeführt werden — ein neues und doch altes, erprobtes Yolk. Es ist das ein Yolk, das zu .den nationalen Bestandteilen der allgemeinen abendländischen Civilisation so vieles beigetragen hat, und das kraft seiner Anlagen und seiner eigenthümlichen Entwicklung noch befähigt scheint, an einem gewaltigen Civilisation swerk wesentlichen Antheil zu nehmen. Das Europäerthum ist nämlich weniger deswegen, was es gerade heute ist, zu schätzen, als wegen der grossen Möglichkeiten, die in ihm ruhen, wegen der Früchte, die sich aus seinen Keimen entwickeln müssen. Wenn einmal seine grossartige Wirtschaftsmaschine nicht weniger von soeial-ethischen als von politisch-ästhetischen Culturelementen durchseelt sein wird, oder richtiger, wenn einstmals diese beiden Elemente eine unlösliche Verbindung eingegangen sein werden, dann wird der so veredelte Europäismus der höchste Segen der Menschheit geworden sein. Wer aber sollte fähiger sein, diese Civilisationsstufe der Zukunft allen Yölkern voran zu erklimmen, als jenes Yolk, das durch den Lauf seiner Geschicke zu dieser Fähigkeit geradezu gezüchtet wurde, — als Israel, das sich in vier Jahrtausenden ein unerreichtes Gefühl für sociale Gerechtigkeit und von der modernen europäischen Civilisation, dieser rasch und gründlich unterrichtenden Lehrmeisterin, den Sinn für staatliche Macht und Schönheit des Lebens erworben hat. Mit dieser glücklichen Mischung seiner Seelenerrungenschaften hat es wahrlich nicht nöthig, ein heimloses, zigeunerndes Dasein zu führen — sich selbst zur Last und Niemandem zur Freude. Ja, kann man denn aber willkürlich in die Geschichte eingreifen? wendet geängstigte Gelehrsamkeit ein. Willkürlich? Spielt sich denn Geschichte, für unsere Augen wahrnehmbar, je anders ab, als dass Menschen sich Ziele setzen, verfolgen, erreichen oder nicht erreichen? Und gibt oder gab es denn je ein anderes Mittel, um sich der Geschichtsgemässheit einer ergriffenen'Massregel zu versichern, als eine Prüfung ihrer geschichtlichen Folgerichtigkeit? Hat diese Prüfung ein zufriedenstellendes Ergebnis, so kann man

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