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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1898-01-01 · 29. bis 31. August 1897 · p. Seite 80

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
1 (1898) Basel, 29. bis 31. August 1897
Issue
29. bis 31. August 1897
Date
1898-01-01
Page
Seite 80 (sequence 82)
Language
German, English, Hebrew
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— 80 - Gefühle hegen für ihr Vaterland,' wie ich für das meinige. Dann wird verwirklicht sein, dass in einem Völkchen der concentrierteste und condensierteste Patriotismus mit dem wirklich ipiigen Mitgefühl für alle Völker der Erde sich entwickelt. Dann wird das Judenthum das Herz aller Völker werden. (Lebhafter Beifall.) Präsident: Ich ertheile das Wort Herrn Eechtsanwalt Adam Rosenberg zur Erstattung des Berichtes über die Lage der Juden i n Am e r ik a : * Adam Roseilberg (New-York) : Meine Herren! Ich hatte keine Zeit, ein Referat über Amerika vorzubereiten; ich musste mich beschränken, einige Notizen zu machen. Ich werde mich kurz fassen. In Amerika ist das Judenthum zu seiner letzten Consequenz gelangt. Bas Resultat ist, dass jetzt von einer Million Juden, die jetzt in Amerika wohnen, es wenigstens 25 % sind, deren Sehnsucht, deren Europa-Müdigkeit, die sie nach Amerika getrieben hat, nach dem neuen gelobten Lande, sich umgewandelt hat in die alte Sehnsucht nach dem alten gelobten Heimatlande* Und wenn wir so weiter arbeiten, werden zu den 25 % noch weitere 75% in allen Landestheilen hinzukommen. Die inneren politischen Verhältnisse in Amerika, insoweit als sie die Behandlung der Juden von Seite der amerikanischen Autoritäten betrifft, sind so ziemlich dieselben wie in England* Wird ja Amerika, wie Jedermann weiss, als Tochterland Englands betrachtet und hat seine Traditionen dem Mutterlande zu verdanken. In dieser Beziehung hat sich also der amerikanische Jude nicht zu beklagen, aber in anderer. Amerika ist der grosse Zufluchtsort verfolgter Juden aus den grossen europäischen Ländern, und dieser Umstand hat in Amerika Verhältnisse geschaffen, die von denen, die in England herrschen, verschieden sind. Wir haben ungefähr 60% osteuropäische Juden, davon sind die Mehrzahl russische und polnische. Amerika ist das am meisten capitalistisch entwickelte Land. Der Druck, der auf den Massen lastet, drückt sich dort mehr aus als anderswo, und da wir alle wissen, dass die verfolgten Juden aus Osteuropa nicht eine Vergnügungsreise nach Amerika gemacht haben, so wirkt natürlich dieser Druck schlimmer auf sie als auf andere. Wir können bezüglich der Einwanderung in Amerika zwei Epochen unterscheiden. Anfangs, vor zwanzig Jahren, gieng man nach Amerika, um sein Glück zu machen, und viele, welche dort ihr Grlück gesucht, haben es auch gefunden. Später sind solche eingewandert, die dort wenigstens eine Heimstätte gesucht haben, welche sich dort wirtschaftlich besserstellen wollten, und welchen es nicht gelungen ist und welchen es auch nicht gelingen wird. Es ist so weit gekommen, dass das Arbeiterproletariat, wie es im^ europäischen Volksleben hervortritt, immer mehr angeschwollen ist. Die öffentliche Meinung erhob sich nun gegen eine weitere Einwanderung, die solche Elemente importiert, welche den öffentlichen

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